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SENDETERMIN Do, 23.3.2017 | 7:35 Uhr | SWR Fernsehen

Asien: Kasachstan Das Mausoleum des Hodscha Ahmed Yasawi

Pilgerfahrt nach Turkestan

Am Rand der riesigen Steppe Kasachstans steht eine prächtige Grabmoschee. Hier liegt ein Mann begraben, der den Kasachen heilig ist: Hodscha Ahmed Yasawi, ein asketischer Poet, Mystiker und Religionsstifter, jener Mann der einst den nomadischen Steppenvölkern den Islam nahe brachte.

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Das Mausoleum des Hodscha Ahmed Yasawi

Das Mausoleum des Hodscha Ahmed Yasawi

In einer Stadt an der einstigen Seidenstraße, dem heutigen Turkestan, hat er gelebt und gelehrt, hier ist er auch 1146 gestorben. Ihm hat im 14. Jahrhundert Weltenherrscher Timur ein Mausoleum bauen lassen, das die Bezeichnung monumental wahrlich verdient. In 40 Metern Höhe thront die mächtige blaue Kuppel. Reitern wies sie noch aus 40 Kilometer Entfernung den Weg. Timur, der damals ganz Zentralasien und die halbe Welt beherrschte, liebte die Macht und die Baukunst.

Kuppeln im blauen Glanz

Mausoleum von Hodscha Ahmed Yasawii

Mausoleum von Hodscha Ahmed Yasawi

Am Mausoleum des Volksheiligen erprobte er Bautechnik und Dekorkunst, jenen blauen Glanz der Kuppeln, der später in seiner Hauptstadt Samarkand erstrahlen sollte. Ahmed Yasawi ist als "Heiliger des einfaches Volkes" bis heute hoch verehrt. Er gilt als Urvater des Sufismus, jener Richtung des Islam, die in Mittelasien bis heute vorherrscht.

Turkestan ist der wichtigste Pilgerort der Region, von weit her kommen die Menschen. Nach den 70 gottlosen Jahren der Sowjetzeit suchen die Kasachen an seinem Grab des Heiligen Besinnung und kasachische Identität.

Der Film begleitet eine kasachische Hirtenfamilie aus der Steppe bei einer Pilgerfahrt nach Turkestan.

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Asien: Kasachstan

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Mongolenherrscher Timur ließ das Grabmal für Hodscha Ahmed Yasawi errichten. Yasawi, Poet, Mystiker und Gelehrter brachte den Steppenvölkern den Islam nahe.

Mongolenherrscher Timur ließ das Grabmal für Hodscha Ahmed Yasawi errichten. Yasawi, Poet, Mystiker und Gelehrter brachte den Steppenvölkern den Islam nahe.

Bis heute ist das Mausoleum unvollendet. Trotzdem ist es eines der besterhaltenen Bauwerke aus der Zeit des Timur und zieht jährlich viele Pilger in den Bann.

Wie alle großen Denkmäler wird auch am Mausoleum ständig restauriert und ausgebessert. Die hohe Kunst der Steinmetze und Handwerker zeigt sich in der Pracht der Verzierungen.

Die herrliche blaue Kuppel des Mausoleums ist die einzige noch intakte Kuppel aus der Zeit des Timur.

Schon aus weiter Ferne ist das Mausoleum in der Steppe Turkestans erkennbar. Ein wahrlich herrlicher Anblick und Freude für die Pilger.

Opulent und filigran - die herrlichen Mosaikfließen in Blautönen schmücken die Fassaden des Grabmals.

Prachtvolle islamische Ornamente am Nordportal aus der Zeit des 14. Jahrhunderts.

Wunderschöne Fliesen, sternförmig angeordnet. Die hohe Kunst der Ornamentik hat sich aus dem Bilderverbot des Islam entwickelt.

Blau glasierte Kacheln im Detail: sie sind im vegetabilen Ornament gestaltet.

Reinlichkeit und Sauberkeit der Grabstätte zeugen ebenfalls von Respekt und Ehrfurcht. Das Mausoleum ist die wichtigste Pilgerstätte Zentralasiens.

Ornamente haben in der Baukunst des Islam eine hohe, nicht nur ästhetische Bedeutung. Zu Zeiten Timurs wurden in Hofwerkstätten neue Muster entwickelt und von dort aus verbreitet.

Das von Timur erbaute Mausoleum für den Ahnherrn des Sufismus war nicht nur Grabmal sondern auch Bibliothek und Laboratorium. Hohe abwehrende Mauern führen zum Zentrum des Mausoleums hin.

Allah wird gepriesen auf den blauen Fayencen.

Von weit her kommen die Menschen, denn hier liegt der Ahnherr des Sufismus begraben, jener Richtung des Islam, die in Zentralasien vorherrscht. Er wird als Heiliger des einfachen Volkes verehrt.

Ein Denkmal wird ins richtige Licht gesetzt. Monumentalgebäude sind eher selten in der Kultur der Steppenvölker.

Ihren 28. Geburtstag wird die Nomadin Indira am Ende ihrer Pilgerfahrt feiern. Nur selten reist sie mit ihrer Familie in die Stadt. Höhepunkt der Reise: Das Grab des Heiligen im Innern des Mausoleums.

Prächtige Fayencen schmücken auch die Außenfassade des Mausoleums.

Die nomadische Kultur hat naturgemäß keine großen Bauwerke hinterlassen. Kasachstan hat nur dieses eine. Deshalb sind das Gebäude, der Ort und der sufistische Islam Ahmed Yasawis für die Kasachen etwas sehr Besonderes.

Im hintersten Teil des Mausoleums, befindet sich die Grabkammer. Über seiner Grabkammer ragt eine eigene Kuppel - in Türkis - in den blauen Himmel Kasachstans.

Die hohe Kunst der Handwerker unter Timur zeugen auch in den Außenfassaden vom Wert des Denkmals.

Daten &Fakten

Kulturdenkmal: Mausoleum des Ahmad Yasawi
UNESCO-Ernennung: 2003
12. Jahrhundert
Gründung des Sufiordens der Yasawiyya durch Sheikh Ahmad Yasawi, Sufi Poet und Gelehrter
1166
Tod des Ahmad Yasawi
1389 - 1405
Bau des Ahmad Yasawi Mausoleums durch den Herrscher Amir Timur (auch Tamerlane genannt)
1864
Teilweise Zerstörung des Mausoleums durch zaristische Truppen
seit 1907
Restaurierung der Anlage
1992 - 2000
Türkische und kasachische Fachleute restaurieren gemeinsam das Mausoleum

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010

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