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Asien: Israel Masada

Eine Geschichte vom Überleben

Sendung vom Sonntag, 18.12.2005 | 21.00 Uhr | 3sat

Masada - ein schroffer Fels am Toten Meer, ein Hochplateau, eine Festung, ein Mythos. Im ersten Jahrhundert vor unserer Zeit vom jüdischen König Herodes zum Bollwerk ausgebaut , aus Angst vor dem eigenen Volk, aus Furcht Kleopatra könnte sein Reich erobern.

Blick auf Römerampe im Westen

Blick auf Römerampe im Westen

Hundert Jahre später wird Masada zum Schauplatz einer jüdischen Katastrophe. Nachdem die Römer den Aufstand der Juden niedergeschlagen haben und Jerusalem im Jahre 70 in Flammen aufgegangen ist, versammeln sich in der Festung Masada die letzten Übriggebliebenen. Im Jahre 72 beginnen die Römer die Belagerung der scheinbar uneinnehmbaren Festung. Sie bauen einen gewaltigen Damm hinauf zur Burg.

Jetzt wissen die Eingeschlossenen, dass die Stunde geschlagen hat. In einer dramatischen Rede fordert der Anführer den kollektiven Selbstmord. Sklaverei oder Freiheit zum Tod!

Am nächsten Morgen finden die stürmenden Römer fast tausend Leichen. Ein paar wenige haben überlebt.

Der kollektive Tod, die Radikalität der Entscheidung haben Masada zum Mythos gemacht. Im 20. Jahrhundert findet die zionistische Bewegung in Masada eine ideellen Bezugspunkt: Masada, heißt es jetzt, darf nie wieder fallen. Der neugeründetete Staat Israel vereidigt seine Rekruten in der Festung.

Aber immer bleibt der Mythos zweideutig. Er kennt die Freiheit, so erzählt es der jüdische Historiker Flavius Josephus in seiner „Geschichte des judäischen Krieges“ nur als Leichentuch. Nicht im Leben. Nicht zum Überleben.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal:Jüdische Festung Masada
UNESCO-Ernennung:14.12.2001
40 v. Chr. - 30 v. Chr.
Bau der Festung Masada durch König Herodes I.
4 v. Chr.
Tod König Herodes I.
70 nach Chr.
Jüdischer Aufstand gegen die römischen Besatzer
70 nach Chr.
Zerstörung Jerusalems und des 2. Tempels
70 - 73 nach Chr.
Belagerung der Festung Masada, in der Burg befinden sich 1000 Menschen, gegenüber 15.000 römischen Belagerern.
73 nach Chr.
Fall der Festung Masada, Kollektivselbstmord der Eingeschlossenen, nur zwei Frauen und fünf Kinder überlebten (nach dem Bericht von Flavius Josephus (Jüdischer Feldherr und Geschichtsschreiber)
1838
Wiederentdeckung der Festung
Sechziger Jahre des 20. Jhd.
Ausgrabungen unter der Leitung von Yigael Yadim

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010


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Letzte Änderung am: 23.06.2010, 16.38 Uhr

Asien: Israel

Sendezeit

3sat
Sonntags:
19.40 Uhr

SWR Fernsehen
Samstags:
6.00 Uhr

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