Insel des Glücks
Sendung vom Sonntag, 4.3.2007 | 21.00 Uhr | 3sat
Die Halbinsel Macau im südchinesischen Meer hat die Form einer Krabbe. In der chinesischen Symbolik ist dies ein deutliches Zeichen für Glück. Seit Macau besteht, haben hier Menschen ihr Leben und Vermögen auf's Spiel gesetzt. Früher waren es Seefahrer und Abenteurer, Missionare und Geschäftsleute, heute sind es Glücksritter und Spieler. Das Roulette-Rad steht in Macau nie still, die Stadt gilt als das Las Vegas von Asien.

St. Paul-Wahrzeichen von Macau
Als Anfang des 16. Jahrhunderts Seefahrer aus Portugal im Perlflussdelta ankerten, fanden sie nur eine kleine Siedlung, in der Fischer zu ihrer Glücksgöttin A-Ma beteten.
Auf fremdem, südchinesischem Boden richteten sie einen Stützpunkt ein. Es war der erste in Fernost. Mandarine aus Kanton genehmigten die Niederlassung der Portugiesen, gaben ihnen einen exklusiven Pachtvertrag. Bald wuchs der kleine portugiesische Handelsstützpunkt zu einer Drehscheibe zwischen Ost und West, in der Seide und Silber, Sandelholz und Porzellan in alle Welt verschifft wurden. Macau wurde Sammelpunkt für exotische Waren, aber auch für Missionare und abendländische Kultur.
1999 wurde Macau an China zurückgegeben, ist wie die Schwesterstadt Hongkong wirtschaftliche Sonderverwaltungszone. Längst hatte sich die portugiesische Enklave zu einer chinesischen Metropole entwickelt, dicht besiedelt und modern.
Aber Macau ist anders als andere chinesische Großstädte. Es hat das Erbe des Seefahrer-Reiches Portugal erhalten: prachtvolle Händlervillen, schmucke Barockkirchen, abendländische Kultur und Lebensart.
Das Geschäft mit dem Glücksspiel, das schon 1847 legalisiert wurde, hat dazu beigetragen, die glanzvolle Vergangenheit zu pflegen. Der Reiz der Stadt besteht in dem Neben- und Miteinander von Ost und West, von zwei Kulturen, die sich über fast ein halbes Jahrtausend vermischten und aufeinander einwirkten.
Daten & Fakten
Kulturdenkmal: Historisches Zentrum von Macau
Unesco-Ernennung:15.07.2005
1277
Etwa 50.000 Anhänger der südlichen Sung-Dynastie fliehen vor den Mongolen nach Macau und besiedeln die Provinz damit erstmals
1513
Erste portugiesische Schiffe in der Bucht von Macau
1557
China gewährt Portugal Niederlassungsrecht
1570
Macau wird Bischofssitz
bis 1695
Macau war einziger chinesischer Außenhandelsposten
1835
Bei einem Taifun wird die Pauluskirche, das Wahrzeichen der Stadt, zerstört. Seitdem steht nur noch die Fassade
bis 1849
Portugal zahlte für Macau eine Pacht
1847
Legalisierung des Glücksspiels
26.3. 1887
Die Mandschu-Regierung erkennt das portugiesische Recht auf dauerhafte Besetzung an
1951
Portugal erklärt Macau zur Überseeprovinz
1976
Erhält es als "Territorium von Macau" volle innere Autonomie
20.12. 1999
Portugal gibt die Souveränität zurück an China. Status: Sonderverwaltungszone Macau der Volksrepublik China
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Letzte Änderung am: 21.09.2011, 09.21 Uhr