Suche nach der verlorenen Abtei
Sendung vom Sonntag, 14.6.1998 | 21.00 Uhr | 3sat
Es liegt ein Geheimnis um das Kloster Lorsch. Denn viel ist nicht mehr von ihm übrig. Einzig die prächtige Torhalle, die sogenannte Königshalle, zeugt noch vom Glanz, in dem die Anlage einst erstrahlt haben muss. Aber bei dem Gebäude weiß niemand sicher, welcher Funktion es diente. War es eine Kapelle, wurden dort Reliquien aufbewahrt?

Kloster Lorsch und Altenmünster - Suche nach der verlorenen Abtei
Die Reichsabtei wurde im 8. Jahrhundert als Altenmünster gegründet. Von Karl dem Großen und seinen Nachfolgern erhielt sie großzügige Schenkungen und erlangte so Ansehen und Einfluss. Bald hatte das Kloster eine Bibliothek von 600 Bänden, ein unvorstellbarer Schatz zu damaligen Zeiten.
Der Niedergang begann jedoch schon im 12. Jahrhundert, und im 16. wurde die Abtei aufgehoben. Ein Brand und der Dreißigjährige Krieg schließlich machten aus dem ehemals glänzenden Benediktinerkloster einen Trümmerhaufen. Heute können wir uns nur noch versuchen vorzustellen, welche kulturelle Pracht hier einst herrschte.
Daten & Fakten
Kulturdenkmal: ehemalige Benediktiner-Abtei mit ehem. Kloster Altenmünster
UNESCO-Ernennung: 1991
12. Juli 764
urkundliche Erwähnung (Altenmünster)Schenkung einer Klosterbaustelle
772
Lorsch wird Reichsabtei
774
Weihe der Basilika St. Petrus und Paulus
Um 875
Bau der Königshalle
876-882
Gruftkapelle erbaut, Grablege von Ludwig dem Deutschen (gest. 876)
1557
Aufhebung des Klosters
1621
Brandschatzung
1697
barocker Umbau der Königshalle
Nach 1753
Abbruch der Basilika
1927-33
Ausgrabungen im Klosterbezirk
1935
Wiederherstellung der ursprünglichen Königshalle
1964
teilweise Zerstörung der Zehntscheune (16. Jhd.)
1999
Ausstellung von 12 Doppelseiten des berühmten Lorscher Evangeliars (um 810), einer prachtvollen Evangelienhandschrift mit wertvollem Elfenbeineinband
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Letzte Änderung am: 23.06.2010, 16.38 Uhr