Wo die Eisberge zur Welt kommen
Sendung vom Samstag, 19.5. | 10.45 Uhr | SWR Fernsehen
Nirgendwo auf der nördlichen Halbkugel lässt sich das Kalben eines Gletschers eindrucksvoller beobachten, als am Ilulissat Eisfjord an der grönländischen Westküste, 250 Kilometer nördlich des Polarkreises.

Eisberge im Ilulissat Eisfjord
Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 35 Metern pro Tag schieben sich die Eismassen des Sermeq Kujalleq Gletschers unter mächtigem Getöse in den 1000 Meter tiefen Eisfjord. Nur aufgrund dieser Tiefe können die Eisberge, von denen nur rund ein Zehntel zu sehen ist, schwimmend den Fjord passieren, bis sie von der Isfjellbanken aufgehalten werden.
Die Isfjellbanken ist eine Moränenablagerung, 200 Meter unter der Wasseroberfläche. An ihr laufen die großen Eisberge auf Grund und bewirken einen Stau. Erst wenn der Druck zu groß ist oder die Eisberge auseinander brechen, können sie die Schwelle überwinden und gelangen ins freie Meer, wo sie über die Baffinbucht nach Süden driften.
Obwohl sie auf ihrer Reise immer kleiner werden und sich schließlich auflösen, können sie Schiffen gefährlich werden. So geschehen 1912, als an Bord der Titanic über 1.500 Menschen den Tod fanden.
Bedeutsam ist der Ilulissat Eisfjord, der seit 250 Jahren unter wissenschaftlicher Beobachtung steht, vor allem für die Gletscher- und Klimaforschung. So beobachten Wissenschaftler seit Jahren einen immer dramatischeren Rückgang des Sermeq Kujalleq Gletschers - Auswirkungen des globalen Klimawandels.
Daten & Fakten
Naturdenkmal: Ein bis zu 1000 Meter tiefer Fjord, in den der Gletscher Sermeq Kujallec kalbt.
UNESCO-Ernennung: 2004
Durch den Ilullisat Eisfjord kalbt der Gletscher Sermeq Kujalleq ins Meer. Das ist einer der wenigen Punkte, an denen die Eiskappe Grönlands das Meer erreicht. Der Gletscher ist auch einer der aktivsten und schnellsten Gletscher der Welt, er bewegt sich mit 19 m pro Tag, wobei er 35 Kubikkilometer Eis pro Jahr ans Meer abgibt. Das sind 10% des Eises von Grönland, und mehr als jeder andere Gletscher außerhalb der Antarktis. Durch seine relativ gute Erreichbarkeit ist er sehr gut erforscht und trägt zum menschlichen Wissen über Eisberge bei.
Copyrightvermerk für Daten & Fakten
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Letzte Änderung am: 23.09.2011, 10.30 Uhr