Drachen, Regenmacher und die Macht der Götter
Sendung vom Dienstag, 13.10.2009 | 21.45 Uhr | 3sat
Die Drakensberge haben viele Namen. Die ersten Europäer dachten bei dem zackigen, alles überragenden Basaltmassiv wohl zuerst an Drachen. 'uKhahlamba', eine 'Barriere aus Speeren', sahen die Zulu in der 250 Kilometer langen Felsmauer.

Reiter in den Drakensbergen
Das "Dach Südafrikas", zwischen Johannesburg und Durban gelegen, ist so hoch, dass die Regenwolken vom indischen Ozean an ihm hängen bleiben. Gewaltige Wassermassen regnen hier jedes Jahr ab und lassen eine fruchtbare Landschaft erblühen.
Der Film folgt einer Reiseroute durch die schönsten Welterbe-Parks der Drakensberge. Erstes Ziel ist der Sani Pass. Ab und zu werden Reiter- und Eselkarawanen überholt, die ins Königreich von Lesotho unterwegs sind.
Oben auf 3.000 Meter gibt es einen Halt im höchsten Pub Afrikas.
Im Kamberg Naturreservat, tausend Meter tiefer, wandert Richard Duma, ein Heiler und Regenmacher durch die Bergsavanne an einen heiligen Ort, eine Höhle über die ein Wasserfall stürzt. Seit Jahrtausenden haben Menschen diese "nie versiegende Quelle" verehrt.
Noch einmal 500 Meter höher, öffnet sich ein mächtiger Bergüberhang in eine weite Landschaft. Hier finden wir die vielleicht schönsten Felszeichnungen der Buschleute in den Drakensbergen.
Das wichtigste Jagdtier der Ureinwohner war die Elenantilope. Diese größte Antilopenart ist beinahe ausgestorben. Im 'Giants Castle' Naturpark leben die letzten Exemplare. Genau wie auf den Felsbildern ziehen sie in der Sonne den Berg hoch.
Dass die Drakensberge früher anders ausgesehen haben, wird im "Cathedral Peak State Forest" deutlich. Im Mikroklima unter dem dichten Blätterdach hoher Bäume, haben viele seltene Tiere und Pflanzen überlebt.
Die bekannteste Felsformation der Drakensberge ist das sog. 'Amphitheater', eine mehrere Kilometer breite und tausend Meter in den Himmel ragende Felsbarriere. Hier entspringt ein wasserreicher Fluss aus dem die einheimischen Zulu-Frauen jeden Tag ihre Kalebassen füllen und dann singend nach hause tragen. Sie sagen sie seien stolz darauf, die ersten zu sein, die aus diesem Wasser trinken dürfen.
Heute ist das UNESCO Naturerbe der Drakensberge nicht mehr bedroht. Die südafrikanische Regierung hat erkannt, dass aus einer intakten Natur mehr Nutzen zu ziehen ist, als aus einer zerstörten. Einerseits dient das Gebiet als unentbehrlicher Trinkwasserspeicher für die wachsenden Metropolen, andererseits sieht man auch das touristische Potential der Region.
Daten & Fakten
Naturdenkmal: Höchstes Gebirge des südlichen Afrikas, bestehend vorwiegend aus Basaltgestein. Von den Zulu aufgrund der Felsformationen 'uKhahlamba' genannt, 'wand der aufgestellten Speere. Aufgrund vieler Niederschläge reiche Flora und Fauna, seit 1997 Nationalpark.
Kulturdenkmal: Felsmalereien des San-Volkes, die größte Ansammlung von Felsmalereien südlich der Sahara, die sowohl durch ihre Qualität als auch die Vielzahl an Themen herausstechen.
UNESCO-Ernennung: 2000
Geologie
Die Drakensberge entstanden aus vulkanischer Tätigkeit vor circa 180 Millionen Jahren, im Erdzeitalter des Jura. Bestehende Sandsteinschichten wurden von Magma bedeckt, die erkaltet zu einer Basaltschicht wurde. Durch spätere Erosion, vor allem durch Wasser, enstanden die zerklüfteten Felsformationen der Drakensberge.
Felszeichnungen
Eine der Besonderheiten der Felszeichnungen in der uKhahlamba ist, dass sie alle von den San geschaffen wurden, einem Volk das hier für über 4 Jahrtausende lebte.
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Letzte Änderung am: 14.09.2011, 12.03 Uhr