SENDETERMIN So, 11.5.1997 | 21.00 Uhr

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Afrika: Mali

Djenné

Stadt aus Lehm

Ein Film von Josef Becker

An den Ufern des Niger, im Herzen Malis, liegt die alte Handelsstadt Djenné. Die über tausend Jahre alte Stadt ist berühmt durch ihren Markt und ihre Moschee.

Menschen steigen aus Boot mit Waren auf dem Kopf

Djenné - Stadt aus Lehm

Schon immer war Djenné ein Umschlagplatz für Waren aller Art, besonders für das Gold aus den westafrikanischen Minen.

Als im 13. Jahrhundert der Sultan der Stadt zum Islam übertrat, schenkte er seinen Palast den Gläubigen, damit sie darin Allah verehren könnten. Die jetzige Moschee wurde Anfang dieses Jahrhunderts nach dem Vorbild des Palastes genau an derselben Stelle errichtet. Der größte und schönste Lehmbau in der Sahelzone bietet 3000 Gläubigen Platz.

Die Lehmarchitektur der Moschee ist Zeugnis davon, wie sich die Menschen in der Sahelzone den widrigen Gegebenheiten ihrer Umgebung angepasst und sich die Natur gefügig gemacht haben.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: auf der »Goldroute« nach Timbuktu ehemaliger Umschlagplatz am mittleren Nigerbinnendelta; Handelsort für Reis, Henna, Indigo, Hirse, getrockneten Fisch; in Djenné 2000 erhaltene Bauten in traditioneller Lehmbauweise im sudanesischen Stil,
UNESCO-Ernennung: 1988
um 250 v. Chr.
erste Besiedlung von Djenné-Djenno
450-850
Ausbreitung der Siedlung Djenné-Djenno
um 1180
Übertritt des Königs von Djenné, (Koi) Komboro, zum Islam
um 1230-35
Sundjata Keita erster König Malis, Gründung des Mali-Reiches, zu dem auch Djenné gehört
um 1400
Djenné-Djenno eine Geisterstadt
1473
nach siebenjähriger Belagerung Djennés Eroberung durch den Herrscher des Songhai-Reiches, Sonni Ali Ber
1512
Bericht von Leo Africanus über den Handelsplatz Djenné
1828
Bericht des französ. Forschungsreisenden René Caillié über Djennés zentrale Rolle im Transsaharahandel
1907-09
Neubau der Großen Moschee nach dem Vorbild aus dem 15. Jh.
1977
Ausgrabungen in Djenné-Djenno
1994
mit Unterstützung der National Geographic Society Ausgrabungen in Djenné-Djenno

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010

Stand: 14.09.2011, 11.56 Uhr