Die Lust der Götter
Sendung vom Samstag, 7.4. | 6.00 Uhr | SWR Fernsehen
Tausend Jahre ist er alt, der Brihadeshvara-Tempel von Thanjavur, und man sieht es ihm nicht an. Im Mittelalter hat er als Festung gegen anstürmende Feinde gedient und später Zerstörungsversuchen fanatischer Moslems widerstanden.

Das ist es, was diesen tausend Jahre alten Tempel von Thanjavur bis heute so lebendig hält: seine Nähe zu den Menschen und ihren sehr irdischen Wünschen und Träumen - und jene Heiterkeit und Zuversicht, die der Besucher stets mit nach Hause nimmt.
Heute ist er ein bedeutender Wallfahrtsort der Hindus, ein beliebter und belebter Tempel.
Thanjavur, etwa 350 km südlich von Madras (jetzt auch Chennaj) genannt, eine große, aber unbedeutende Provinzstadt im indischen Bundesstaat Tamilnadu, war zu Beginn des 11. Jahrhunderts die Hauptstadt des Cola-Reichs, dessen Macht weit über die Grenzen des heutigen Indien reichte. Aus dieser frühen Blütezeit der Stadt ist allein der Brihadeshvara-Tempel geblieben, erbaut von König Rajaraja in den Jahren 1002 bis 1010. Es ist ein Tempel von beeindruckender Größe und Schönheit - Gott Shiva geweiht.
Der Film zeigt den gut erhaltenen Tempel und seine noch immer zahlreichen Besucher. Er lässt uns etwas von der sinnlichen Heiterkeit des Hinduismus spüren, der Frömmigkeit und Lust ganz mühelos zusammenführt. Sogar die Wurzeln des üppigen indischen Films finden sich im Tempel.
Daten & Fakten
Kulturdenkmal: auch als Rajarajeshvara-Tempel bekannt, dem Gott Shiva geweihter, von einer äußeren, 12 m hohen Mauer umgebener Tempel mitten im etwa 150x75 m großen Haupthof des Forts Sivaganga, auf einem quadratischen Podest errichtet
UNESCO-Ernennung: 1987
846-880
König Vijayalaya aus der Chola-Dynastie
985-1012
König Rajaraja aus der Chola-Dynastie
1003-10
Bau der Tempelanlage mit vergoldeter Kupferbedachung des Turms
1758
französischer Angriff auf Thanjavur
1773
Thanjavur unter Einfluss der East India Company
1855
unter direktem Einfluss der englischen Kolonialmacht
1931
Wiederentdeckung einer Bemalung in der Aradhana Mandapam aus der Zeit der Chola- und Nayak-Dynastien
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Letzte Änderung am: 27.03.2012, 10.07 Uhr