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SENDETERMIN Di, 24.5.2016 | 7:35 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Griechenland Das antike Olympia

Für Ehre und Ölzweig

August, flimmernde Hitze, 40.000 Menschen im Stadion, Kopfbedeckung verboten, Wasser ist knapp, aber es ist Volkfeststimmung in Olympia. Zelte, Buden und Kleinkunst. Und fünf Tage lang sportliche Glanzleistungen.

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Ein Bestechungsskandal ist bekannt geworden, ein Fünfkämpfer wurde bestraft. Ein Ringkämpfer hat seinen Gegner durch Fingerbrechen besiegt. Am Rande der Wettkämpfe Gespräche von Politikern. Ein Historiker stellt sein neustes Werk vor... So ähnlich könnte sich die Chronik ganz gewöhnlicher Olympischer Spiele lesen, wie sie seit 776 vor Christus auf dem Peleponnes abgehalten wurden.

Historischer Almanach des Sports

Rund 1000 Jahre lang, bis Erdbeben, historische Umwälzungen und die schlammigen Fluten des Flusses Kladeos das Feld der Ehre versinken ließen. 1000 Jahre sportliche Großtaten, Ringen um Ehre und Ölzweig. Geschichten von Helden und Halbgöttern und - von Skandalen.

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Europa: Griechenland

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Bis zur Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert schlummerten die heilige Hallen, Siegerstatuen, Trainingslager, Schatzhäuser und vieles mehr vier Meter unter der Erde.

Bis zur Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert schlummerten die heilige Hallen, Siegerstatuen, Trainingslager, Schatzhäuser und vieles mehr vier Meter unter der Erde.

Die Beschreibungen der Spiele durch den Zeitzeugen Pausanias dienten den deutschen Archäologen, um Bauzeichnungen und Lagepläne zu erstellen.

394 nach Christus ließ der römische Kaiser Theodosius die Spiele verbieten. Später begrub Schlamm die antiken Stätten.

Die schönsten und besterhaltenen Statuen des antiken Olympias sind im Museum von Olympia ausgestellt.

Die antiken Spiele waren voll durchorganisiert. Die teilnehmenden Athleten unterwarfen sich strengen Wettkampfregeln. Doch auch Schummeln und Skandale waren nicht unbekannt.

Die Löwenköpfe gehören vermutlich zu einer großen Brunnenanlage.

Die verschiedenen griechischen Baustile sind an den Überresten der Säulen abzulesen. Leicht zu erkennen: das Kapitell einer ionischen Säule mit der schneckenförmigen Volute.

Wettkampfvorbereitungen der Faustkämpfer und Ringer fand in der Palästra statt. Im Innenhof, der von dorischen Säulen umrahmt war, wurde unter freiem Himmel trainiert.

Kult und Spiele - Olympia ist die steingewordene Erinnerung an ein Ideal. Ein Gesamtkunstwerk.

Die ionische Säule ist die, ab etwa 570 v. Christus vorherrschende Erweiterung der dorischen Säule. Charakteristisch ist die schneckenförmige Gestaltung des Kapitells.

Im 19. Jahrhundert begannen deutsche Archäologen mit systematischen Grabungen. Bis heute graben und forschen die Deutschen hier.

Die korinthischen Säulen erkennt man an den stilisieren Blattmotiven der Kapitelle.

In Olympia lassen sich die Basen von Siegerstatuen, die Säulenstümpfe, die Tempelteile wie ein sportlicher und kultischer Almanach lesen. Und die Überlieferungen ergänzen die Puzzleteile mit Kapiteln eines spannenden Sportkrimis.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: bedeutendes Kulturdenkmal der klassischen Antike
UNESCO-Ernennung: 1989
776 v. Chr.
Beginn der antiken Olympischen Spiele
708 v. Chr.
erstmalige Austragung des Fünfkampfes
ab 520 v. Chr.
Wettkampf des Waffenlaufs
um 457 v. Chr.
Fertigstellung des Zeus-Tempels
ab 384 v. Chr.
Wagenrennen mit Fohlen
um 67
Bau der Villa Kaiser Neros
393
letzte antike Olympiade
420
Transport des Kultbildes des Allherrschers Zeus nach Byzanz
475
Zerstörung des Kultbildes des Allherrschers Zeus
1875
erste systematische Ausgrabungen
1896
erste Olympiade der Neuzeit in Athen

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© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010

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