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SENDETERMIN Mo, 1.6.2015 | 12:45 Uhr | 3sat

Mittelamerika: Mexiko Casa Luis Barragán

Mythos der Moderne

Die Casa Luis Barragán, gebaut 1948, in einem Vorort von Mexico City repräsentiert die Synthese eines ganzen Architektenleben. Luis Barragán - 1902 in Guadalajara geboren wird oft als "Vater der mexikanischen Moderne" bezeichnet und fasziniert vor allem durch seine scheinbaren Widersprüche.

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Die Casa Luis Barragán, gebaut 1948, in einem Vorort von Mexico City repräsentiert die Synthese eines ganzen Architektenleben. Weltoffen und introvertiert zugleich war er Asket und Dandy, Geschäftsmann und Künstler. Als langjähriger Vertreter einer spanischen Retroarchitektur, änderte er seinen Stil nach einer Europareise radikal. In wenigen Jahren gelang es ihm die traditionellen Stilelemente seiner Heimat mit der Formensprache der europäischen Moderne zu verbinden.

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Mittelamerika: Mexiko

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Weißer Hut von Luis Barragán

Weißer Hut von Luis Barragán

Modell Haus Barragán

Treppe ohne Geländer im Wohnhaus

Eingangsbereich mit Treppe

Die "Casa Barragán" gilt heute mit ihrer genialen Raumaufteilung, der poesievollen Farbgestaltung, dem wilden Garten und einer surrealistisch anmutenden Terrasse als eine der bedeutendsten Bauten der Architekturgeschichte. Der Einfluss Barragáns auf die nachfolgenden Architektengeneration ist dadurch auch international stetig gewachsen. Südamerikanische Kritiker sprechen exstatisch von einer mythischen Mexikanität, und in Japan wird er wegen seiner minimalistischen Formensprache verehrt. Barragáns Arbeit steht ohne Zweifel für Ernsthaftigkeit und Tiefe - Raffinesse und Perfektion - und es ist ihm dazu noch gelungen die oft nüchterne Funktionalität der europäischen Moderne um eine farbenfrohe und phantasievollere Variante zu bereichern.

Dabei wurde er erst spät von der internationalen Architekturkritik entdeckt. Er hat nie etwas außerhalb seines Landes gebaut und die höchste Ehre - der Pritzker Preis - wurde ihm erst im hohen Alter von 78 Jahren zugesprochen.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Privathaus und Studio des Architekten Luis Barragán
UNESCO-Ernennung: 02.07.2004
9.03.1902
Luis Barragán wird in Guadalajara, Mexiko, geboren
um 1930
Bau von Villen und Apartmenthäuser, vorwiegend in seinem Heimatort Gudalajara
1940
Luis Barragán findet zu seinem persönlichen Baustil, der vom »Internationalen Stil« und den Traditionen Mexikos beinflusst ist
ab 1940 bis ca. 1950
Bau von Häusern und Gartenanlagen, die zu der Wohn- und Gartenanlage »Parque Residencial Jardines del Pedregal de San Angel« gehören
1947
Bau seines Privathauses
1952 - 55
Kapelle für die Capuchinas Sacramentarias del Purismo Corazón de Maria
1957
Bau von fünf dreieckigen Türmen an der Autobahn zur nördlichen Satellitenstadt von Mexico City in Zusammenarbeit mit Mathias Goeritz
1958 - 61
Las Arboledas
1963 - 64
Los Clubes
1968 - 69
Eingangstor zu Los Clubes
1967 - 68
San Cristobal in Zusammenarbeit mit Andrés Casillas
22.11.1988
Tod von Luis Barragán in Mexiko-Stadt
2002
Das Privathaus wird Museum

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© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010

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