Martin Klett...

... ist Augenkünstler, auch Kunstaugenhersteller genannt, oder Okularist. Augenprothesen müssen täuschend echt wirken. Deshalb werden sie in Anwesenheit des Kunden hergestellt. Mit dem Gasbrenner erhitzt man einen Rohling und malt dann mit der Hand die Iris, die feinen Blutäderchen und die Färbung des Augapfels auf. Etwa eine Stunde hochkonzentrierter Arbeit. Deutsche Glasaugen haben weltweit einen ausgezeichneten Ruf, halten aber nicht länger als ein Jahr, und müssen dann ausgewechselt werden.
Nicole Klinger...
...ist Buchrestauratorin. Gerade mit dem letzten Buch aus der abgebrannten Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar fertig, wird durch den Einsturz des Kölner Stadtarchivs wieder einige Jahre Arbeit auf sie zukommen. An Nicole Klingers Arbeitsplatz gibt es die weltweit einzige Papierspaltanlage zur Papierstabilisierung. Weitere Arbeitstechniken sind Massenentsäuerung, Trockenreinigung, Schimmelbekämpfung oder Tintenfraßbehandlung. Der Aufwand kennt keine Grenzen, wenn es sich um unwiederbringliche Schriften handelt, wie zum Beispiel Original Notenhandschriften von Johann Sebastian Bach.
Magda Kaufmann...
...hat die wohl kleinste und noch dazu mobile Kunstausstellungsfläche: Sie schickt ein altes Auto durch Berlin, in dem sie Kunst ausstellt. Damit bietet sie auch jungen Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke im Fahrzeug zu präsentieren. Der Pkw wird irgendwo in Berlin geparkt und wer vorbeikommt, kann sich die Ausstellung aus seinem gewünschten Blickwinkel anschauen.
Letzte Änderung am: 26.06.2009, 21.06 Uhr