Romy - Der Große ARD Film
Interview mit Heinz Hoenig

"Da bleibt einem die Spucke weg"

Heinz Hoenig spielt im Film "Romy" den geschäftstüchtigen Stiefvater von Romy Schneider, Hans Herbert Blatzheim. Wie Hoenig einst Romy Schneider erlebte und warum er die Rolle des "Daddy" Blatzheim mit Respekt spielen wollte, erzählt er im Interview.

Heinz Hoenig
Eine Million für "Sissi": Heinz Hoenig als Hans Herbert Blatzheim

Sie haben ihre Schauspielausbildung in den 70er Jahren gemacht. War Romy Schneider damals für Sie von Bedeutung?

Ich habe Romy Schneider in Berlin getroffen. Aber ich war noch viel zu jung. Ich war nicht der Mann, der sich an den Tisch von Romy Schneider setzten konnte und durfte. Aber die Dame ist mir aufgefallen. Sie war schon was Besonderes.

Aber richtig aufgewacht bin ich eigentlich erst, als ihr Sohn den Unfall hatte und tödlich verunglückt ist. Da war eine Dame, die so viel Energie hatte - davon träumt man, - die aber auch nicht so schöne Sachen erlebt hatte. Bei dem, was sie durchmachen musste, bleibt einem schon manchmal ganz schön die Spucke weg.

Ich sehe auch Parallelen: Die ganze Schindluderei von außen, diese unermüdlichen Scharlatane, diese Schmarotzer, die einfach nicht hinnehmen können, wenn es einem gut geht oder dass man etwas gut macht. Das gibt es immer: Machst du was Gutes, ist absolut immer einer dabei - der kann sich gut verkleiden - und will was von dir, will dich nur ausräumen und verspricht dir alles. Man muss echt aufpassen.

Dafür stand im Film ja auch Romy Schneiders Stiefvater, der einige ihrer Kohle verjubelt haben soll. Er war ein ganz geschäftstüchtiger Mann, der viel Erfolg hatte. Er war schlau und war ein Gentleman, der immer geputzte Schuhe hatte. Er war kein Haderlump, sondern ein gewitzter Kopf mit Charme.

Heinz Hoenig
Mutter und Stiefvater: Heinz Hoenig mit Maresa Hörbiger

Wie haben Sie ihre Rolle als Daddy Blatzheim interpretiert?

Ich habe erst einmal alles Gute von dem Mann genommen, was ich wissen konnte. Dass er gut war in seinem Geschäft, dass er lustig war. Er konnte ziemlich komisch sein, er war kein Muffel. Er hat sicherlich schnell gemerkt, dass er mit Romy eine schnelle Mark machen kann, und das hat er auch sicher gut ausgenutzt.

Aber er hat es auch geschafft, durch seine Schnelligkeit dafür zu sorgen, dass Romy nach Frankreich kam. Ihre Mutter war ja dagegen, und da dachte er: "Frankreich, Kohle, Kohle, Kohle, es geht weiter". Er hat geholfen, und er hat geschadet. Was man ihm immer nachsagt, dass er Romy angefasst haben soll, das ist nicht belegt, und deshalb habe ich damit auch nicht gespielt. Dieser Mensch ist keine fiktive Person, und ich habe kein Recht dazu. Es ist wichtig gewesen, zu zeigen, wie Romy Schneider ihn empfunden hat. Ich glaube, das ist im Film geglückt.

Was war Ihre Lieblingsszene als Daddy Blatzheim?

Wo ich der Kleinen - also Romys Film-Mutter - die Wahrheit sage: Als Romys Mutter mich fragt, "Sag mal, könntest du mich nicht wieder reinbringen ins Filmgeschäft?" und ich dann sage: "Die Romy ist kein Problem, aber wenn du dabei bist, verdienen wir die Hälfte, als wenn sie alleine spielen würde." Und so was sage ich meiner eigenen Frau!