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SENDETERMIN Di, 12.1.2016 | 22:00 Uhr | Das Erste

Verzweifelte Patienten Warum Epileptiker ein wirksames Medikament nicht mehr bekommen sollen

Rund 200.000 Epileptiker in Deutschland gelten als therapieresistent. Bislang half ihnen keine Arznei. Durch ein neues Medikament aber schöpften viele wieder Hoffnung. Sie wurden plötzlich wieder anfallsfrei. Doch dieses Mittel gibt es regulär nicht mehr auf dem deutschen Markt.

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Denn Hersteller und Krankenkassen konnten sich nach der Zulassung nicht auf einen Preis einigen. Der Hersteller hat es daraufhin vom Markt genommen. Hintergrund ist eine Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Dieses Gremium bewertet alle neuen Arzneimittel und urteilte, dass dieses Epilepsie-Medikament nicht besser wirke, als schon vorhandene Medikamente.

Der sogenannte Zusatznutzen sei nicht belegt. Diese Entscheidung kritisieren Fachärzte, wie zum Beispiel der ärztliche Direktor des Epilepsiezentrums im baden-württembergischen Kork, Prof. Bernhard Steinhoff. Für ihn ist der Zusatznutzen allein schon deshalb erfüllt, weil Patienten, die vorher schlimme Anfälle hatten, plötzlich wieder anfallsfrei seien. Sollten die Krankenkassen dieses Medikament demnächst nicht mehr erstatten, wäre für ihn "fast schon der Tatbestand der Körperverletzung" erfüllt.