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21.45 Uhr, DasErste

REPORT MAINZ vom 17.04.2012

REPORT MAINZ,  17.4.2012 | 27:17 min

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Warum die staatliche Aufsicht beim Stromkonzern Teldafax versagt hat Hunderttausende Betrugsopfer

aus der Sendung vom Montag, 4.7.2011 | 21.45 Uhr | Das Erste

Deutschlands größter konzernunabhängiger Stromanbieter ist insolvent, Hunderttausende Kunden sind geschädigt. Ihre Vorauszahlungen, Guthaben und Kautionen wahrscheinlich verloren.

Letzte Woche Razzia in den Geschäftsräumen: Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt gegen die Verantwortlichen des Unternehmens. Im Raum stehen Vorwürfe von Insolvenzverschleppung und gewerbsmäßigem Betrug. Teldafax habe das Geld neugeworbener Kunden systematisch benutzt, um alte Finanzlöcher zu stopfen.

REPORT MAINZ liegen vertrauliche Unterlagen vor, die zeigen: Schon seit dem Jahre 2009 ist das Unternehmen in finanzieller Schieflage. Und die Unterlagen zeigen auch: Vorstand, Aufsichtsrat und sogar staatliche Behörden haben lange davon gewusst. Doch sowohl Finanzministerium als auch Bundesnetzagentur ließen Teldafax gewähren.

Hunderttausende Betrugsopfer

REPORT MAINZ,  4.7.2011 | 6:08 min

Die Bundesnetzagentur ist für die Überwachung des Strom- und Gasmarktes zuständig, hätte Teldafax die Tätigkeit untersagen können. So sieht es das Wirtschaftsenergiegesetz vor, wenn Unternehmen etwa wirtschaftlich nicht leistungsfähig sind. Hinweise gab es genügend: Energieversorger und Verbraucher beschwerten sich massiv. Doch die Kritik weist die Bundesnetzagentur zurück. Der Fall Teldafax habe bewiesen, "dass die Marktkräfte in der Lage sind, defizitäre Lieferanten aus dem Markt zu drängen", sprich: Das Problem habe sich von selbst gelöst. Den Teldafax-Kunden hat das allerdings wenig geholfen.

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Kommentare zu diesem Artikel:

Kein Schutz vor chwarzen Schafen

(Gabriele John) 07.07.2011 , 12:57

Bereits vor mehreren Jahren hat das bei Berlin ansässige Unternehmen ARES Pleite gemacht, die von den Kunden im Voraus gezahlten beträge wurden nie erstattet. Bei Flexstrom wird von den Kunden der gesamte Jahresbetrag in Voraus verlangt, für eine Preisversicherung mit Aufschlag. Schon kurz nach Vertragsabschluss schneien denjenigen, die keine Versicherung abgeschlossen haben, Strompreiserhöhungen ins Haus. Kündigt man, wird zum Einen der im Voraus gezahlte Betrag erst nach mehrmaliger Mahnung - bei mir dauerte es mehr als ein halbes Jahr - und zum Anderen mit einer Fantasieabrechnung, die nicht mit korrekter Abrechnung einher ging und künstlich aufgeblasen wurde. Der nächste "Billiganbieter" - in meinem Fall Energiehoch3 in Gelsenkirchen - rechnete für eine Einzelperson für die Zeit vom 01.05.10 - 28.2.2011 ein Stromverbrauch von 15.484 !!! KW/h !!! Angeblich wurde 5 x ! abgelesen! Gott-sei-Dank konnte ich mit einem Foto des Zählers beweisen, dass der tatsächliche Zählerstand weit unter dem angegebenen lag, und das noch 1/4 Jahr später! Leider lassen uns Gesetzgeber, Verivox oder Check24 mit angeblichen "Sonderangeboten" voll ins offene Messer laufen. Letztendlich zahlt man bei den "Sparangeboten" nich weniger, sondern im Endeffekt mehr, hinzu kommen der Ärger und der Zeitaufwand für all' die Reklamationen, die Hin- und Herschreiberei und die Nerven! Ich bleibe jetzt beim örtlichen Stromanbieter (SWD), denn dort bin ich auf eine sehr hilfsbereite Mitarbeiterin im Servicecenter gestoßen, die mir geholfen hat, mein Problem größtenteils zu lösen. Nochmals Danke!

Wer braucht die Bundesnetzagentur?

(Hasenkrug) 06.07.2011 , 17:44

Nicht nur, dass ich den öffentlichen Aufrufen zum Stromanbieterwechsel gefolgt bin und nun evtl. auf ca. 400 € Verlust sitzen bleibe. Nein, als Telekom Beschäftigter habe ich auch die andere Seite der Bundesnetzagentur kennengelernt. Da werden die Tarife für Netzdurchleitung und letzte Meile zum Kunden usw. von der Bundesnetzagentur festgelegt. Wo dann gespart werden muss ist auch klar: bei den Mitarbeitern - aber die Lobby der Telekom war leider nie so stark wie die der Stromkonzerne. Hoffentlich schafft es mein Arbeitgeber auch mal, einen dieser "Rosinenpicker ohne nennenswerten Personalaufwand" werbewirksam aus dem Felde zu schlagen. Denn nach dem TelDaFax-Schock ist der letzte Rest Wettbewerb im Strommarkt dahin. Wenigstens können die Mitarbeiter der vier Stromgiganten aufatmen. Freut mich!

Fragwürdiger Link zu Verivox

(Helge Kraak) 06.07.2011 , 13:22

Sehr geehrte Redaktion, vor kurzem hatte ich Ihnen im Zusammenhang mit Flexstrom und Verivox - mit fundierter Begründung - bereits ans Herz gelegt, das Geschäftsgebahren von Verivox genauer unter die Lupe zu nehmen. Es ist offenkundig, das Verivox provisionsgeleitet arbeitet und dabei nicht immer seriös handelt. Nichtsdestotrotz beobachte ich seit Jahren, dass Verivox sowohl bei den öffentlich-rechtlichen als auch bei den privaten Sendern als Expertenportal hofiert wird. Sie tun dies auch, indem sie auf Verivox verlinken und noch nicht einmal Alternativportale dazu auflisten. Gerade angesichts Ihres Arbeitsinhalts ist das geradezu grotesk anzusehen, wie Sie und Ihre Kollegen in anderen Sendungen selbst gegen fundamentale Prinzipien seriösen redaktionellen Arbeitens verstoßen. Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht bewusst geschieht bzw. geschah, so wirklich glauben mag ich das angesichts dieser eindeutigen Verstöße gegen die erwähnten - vom Zuschauer erwarteten - redaktionellen Arbeitsprinzipien nicht. Mit freundlichen Grüßen Helge Kraak

Letzte Änderung am: 01.07.2011, 18.10 Uhr

Warum die staatliche Aufsicht beim Stromkonzern Teldafax versagt hat

Bericht

Autoren:
Sarah Kreis, Ulrich Neumann, Edgar Verheyen
Kamera:
Jens Lackmann, Thomas Schäfer
Schnitt:
Jörg Hommer

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