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22.07.2014
21.45 Uhr, Das Erste

Gebärdendolmetscher

REPORT MAINZ extra mit Gebärdensprache Geld oder Leben: Wie gerecht ist unser Gesundheitssystem?

Report Mainz extra,  1.7.2014 | 28:28 min

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Warum Nieren-Spender nicht über gefährliche Langzeitfolgen aufgeklärt werden Risiko Lebendspende

aus der Sendung vom Montag, 4.7.2011 | 21.45 Uhr | Das Erste

Junge und sportliche Menschen berichten nach einer Nierenspende, dass sie viel weniger leistungsfähig seien. Eine von REPORT MAINZ befragte Spenderin konnte nach der Operation ihren Beruf nicht mehr ausüben. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Nieren-Lebendspende und dadurch bedingter Müdigkeit und Leistungseinbußen? Führende deutsche Transplantationsmediziner halten das für unwahrscheinlich.

REPORT MAINZ vorliegende Fachartikel aber sprechen eine andere Sprache. So stellt zum Beispiel eine Untersuchung der Medizinischen Hochschule Hannover fest, dass 26 Prozent der Spender über eine "schlechtere Leistungsfähigkeit" ein Jahr nach der Organentnahme klagen. Ein weltweit einmaliges Datenregister in der Schweiz kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.

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Risiko Lebendspende

Warum Nieren-Spender nicht über gefährliche Langzeitfolgen aufgeklärt werden

REPORT MAINZ,  4.7.2011 | 7:15 min

Obwohl Professor Gilbert Thiel die Spender gar nicht danach gefragt hatte, klagen acht Prozent über Müdigkeit. Thiel geht von einer größeren Dunkelziffer aus und fordert, alle Spender über dieses Risiko aufzuklären. Die von REPORT MAINZ befragten Spenderinnen dagegen beteuern, nicht darüber aufgeklärt worden zu sein. Deshalb wollen sie jetzt gegen die Transplantationskliniken klagen.


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Kommentare zu diesem Artikel:

Ein sehr wichtiger Beitrag

(Christa Drews) 15.08.2011 , 23:18

Vielen Dank, dass Sie diesen Beitrag gesendet haben! Es ging aus den Äußerungen der beiden Transplantationsmediziner sehr deutlich hervor, dass sie die Folgen der LS verschleiern und verharmlosen. Es kann nicht sein, dass eine junge Frau ihr gesamtes Leben völlig ändern muss, nur damit ihre Mutter etwas besser leben kann. Die junge Frau kann nicht mehr Vollzeit und nicht mehr in ihrem alten Beruf arbeiten. Sie wird evt. nicht heiraten und keine Kinder bekommen können. Ich habe selbst nur eine Niere, und schon als diese noch einwandfrei arbeitete, wurde mir dringend von einer Schwangerschaft abgeraten. Sagt man jungen Frauen, die eine Niere spenden wollen, dass sie nicht Mutter werden können? Ich bin seit drei Jahren Dialysepatientin. Ich habe mit vielen Dialysepatienten und mit drei Nierentransplantierten gesprochen (bei denen übrigens in allen Fällen die Niere wieder abgestoßen wurde). Allgemein hat man den Eindruck, dass Transplantationsmediziner 'in ein richtiges Jagdfieber verfallen', so drückte es eine der Transplantierten aus, sobald sie einen lebenden Nierenspender haben. Gewiß wird aufgeklärt, aber das geschieht halbherzig und schnell. Mögliche Komplikationen werden auf einem Aufklärungsbogen erwähnt, aber zugleich beteuern die Ärzte, dass solche Komplikationen praktisch nie vorkommen. Außerdem wird auch der Empfänger viel zu wenig aufgeklärt. Er kann nicht ermessen, was es bedeutet, sein Leben lang stärkste Medikamente nehmen zu müssen, deren Nebenwirkungen oft schlimmer sind als die Nebenwirkungen der Dialyse. Der Nierentransplantierte gilt weiterhin als schwer krank und bekommt einen Schwerbeschädigtenausweis. Der Nierenspender ist genauso krank! Aber seine Krankheitssymptome werden als lächerlich abgetan. Es gibt im übrigen keine veröffentlichten Statistiken über die Häufigkeit einer Abstoßreaktion. Warum wohl nicht? Ich jedenfalls würde nie einer Transplantation zustimmen.

"Warum Nieren-Spender nicht über gefährliche Langzeitfolgen aufgekärt werden"

(Christian Gottlieb) 06.07.2011 , 08:41

Wo ist denn in dem Bericht die Anwort auf diese Behauptung? Ihre Fragestellung ist doch nur als "eye catcher" zu interpretieren, denn inhaltlich fehlt jeder Hinweis darauf, warum Spendern mögliche Langzeitfolgen verschwiegen werden sollten. Wer hätte ein Interesse daran, dass nicht umfassend aufgeklärt wird? Welche Intentionen, Zwänge würden dahinter stehen? Von der freiwilligen Bereitschaft zur Lebendspende bis zur Organentnahme ist es für den Spender ein weiter Weg. Ich habe ihn gerade abgeschlossen. Im Verlauf der Vorbereitung gibt es zahlreiche Schnittpunkte an denen über OP-Risiken und mögliche medizinisch / psycho-soziale Langzeitfolgen hingewiesen und aufgeklärt wird. Es ist für mich deshalb nicht vorstellbar, dass die betreffenden Personen in Ihrem Bericht unvollständig auf ihre eigene individuelle Risikoabwägung vorbereitet waren. Wenn es denn tatsächlich so wäre, müssten Sie eine Antwort auf die Frage "Warum Nieren-Spender nicht über gefährliche Langzeitfolgen aufgekärt werden" geben. C.G

selbst nierenkrank

(selbst nierenkrank) 06.07.2011 , 01:46

Gleichermaßen unerfreulich wie die hier geschilderten gesundheitlichen Folgen und die bislang fehlende versicherungsrechtliche und in der Folge finanzielle Absicherung der Lebendspender (siehe Anhörung des Gesundheitsausschusses vom 29.06.2011 zum Transplantationsgesetz: http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/34841558_kw26_pa_gesundheit/index.html) finde ich, dass ein so junger Mensch (28 Jahre im Jahr 2007) nicht selten ohne Weiteres zu einer Lebendspende an einem Älteren zugelassen wird. Die Ethikräte der Transplantationszentren sollten die betroffenen Familien in dieser Hinsicht mehr sensibilisieren: Familienplanung der Tochter (Schwangerschaftskomplikationen, möglicher Organbedarf eines eigenen Kindes, etc.). Die Lebendspende halte ich für eine der schlechteren Nierenersatztherapien. Im Übrigen nutzt dieser Hype aus der Not des Organmangels heraus den Betroffenen mit sehr kranken Herzen und Lungen gar nichts. Für kaputte Lungen gibt es keinen Ersatz durch eine Maschine oder von einem Lebenden, sondern einzig das Organ eines Verstorbenen, um ein Weiterleben zu ermöglichen. Es bedarf einer besseren Strukturierung in den Kliniken mit Inensivstationen (u.a. Transplantationsbeauftragte, wie im Gesetz von 1997 längst vorgesehen aber zu selten umgesetzt), damit alle die, die Ihre Organe im Falle Ihres Hirntodes zur Verfügung gestellt wissen möchten, der Gesellschaft sowie einzelnen Betroffenen und deren Angehörigen dieses Geschenk auch in gewünschter Weise machen können.

Der Beitrag war richtig und wichtig

(Mario Lippold) 05.07.2011 , 22:24

In der Anmoderation wurde erwähnt, dass sich die Redaktion von Report nicht sicher war, ob sie einen solchen Beitrag bringen sollte. Liebe Redaktion, als Betroffener, als Dialysepatient und ehemaliger Nierentransplantierter möchte ich ihnen sagen: JA, es war richtig und wichtig, dass sie diesen Beitrag gebracht haben! Leider erleben wir ein Bestreben der Transplantationsmedizin, die Lebendspende signifikant weiter auszuweiten. Angehörige werden direkt auf eine Lebendspende angesprochen und so oft unter einen physischen Druck gesetzt, nun spenden zu müssen - andere machen das ja schließlich auch (Z.B. Steinmeier). Wenn dem aber so ist, dann muss es das Mindeste der Transplantationsmedizin sein, die Lebendspender umfassend und detailliert aufzuklären! Wenn Prof. Neuhaus sagt, dass er damit die Lebendspender nicht verängstigen will, dann ist das ziemlich grenzwertig und lässt vermuten, dass man im Umkehrschluss die Lebendspende lieber etwas verharmlosen möchte. Das jedoch kann es nicht sein. Bei jedem harmlosen Medikament müssen alle irgendwann aufgetretenen Nebenwirkungen im Beipackzettel aufgeführt werden - und zwar detailliert. Bei einer Lebendspende klärt man aber lieber "allgemein" über die Risiken auf. Ich denke, hier ist auch noch mal der Gesetzgeber gefragt. Ich finde es auch richtig von der Frau, dass ganze von einem Gericht klären zu lassen. Also liebe Redaktion, der Beitrag war richtig und ich möchte sie ermutigen, auch weiterhin auf diesem Gebiet zu recherchieren und zu berichten. Vielleicht hört man ja mal etwas, wie der Gerichtsprozess der Frauen ausgegangen ist. Wenn Herr Metzger als Fachpfleger für Nephrologie feststellt, dass die Frauen im Beitrag nur jammern, dann finde ich das eines Fachpflegers nicht würdig! Mario Lippold, Betroffener, Dialysepatient und ehemals Nierentransplantierter

Risiko Lebenspende

(Stefan Metzger) 05.07.2011 , 17:02

Danke für Ihren Bericht gestern. Folgendes würde ich jedoch gerne ergänzen: Fatique Syndrom (übrigens ein Begriff aus der Onkologie) tritt nicht nur nach Lebendspende (LS) auf, sondern auch bei anderen Erkrankungen (z.B. Rheuma, Morbus Crohn, AIDS, MS etc.) Meist hat der Pat. eine Blutarmut (Anämie), die dank Hormontherapie (Erytropoetin), Eisengabe oder Transfusionen therapierbar werden kann. Das größte Risiko allerdings bei einer LS ist, das der Spender selbst aufgrund verschiedener Faktoren dialysepflichtig werden kann! Darüber aber werden Spender in Gesprächen mit Ärtzen und Kommisionen gut aufgeklärt. Im übrigen ist es ein sehr langer Prozeß , bis es zu einer LS kommt! Dieser Punkt wurde in Ihrem Beitrag leider verschwiegen. Mit ihrer Spende verschaffte die junge Frau Ihrer Mutter aber etwas an Lebensqualität wieder. Keine Trinkmengenbeschränkung mehr, nicht 3x die Woche zur Dialyse, kein organisiertes Leben. Eine LS gehört genau überlegt. Jetzt diese Vorwürfe zu erheben ist in meinen Augen ein Schlag ins Gesicht der Mutter! Wie muss sie sich fühlen! Ihre Tochter kann keinen Leistungsport mehr machen, sich nicht mehr konzentrieren. Die Frage die sich stellt, liegt es wirklich an der LS oder liegen vielleicht anderen Erkrankungen bei der Dame zu Grunde (z.B. Burn-Out oder eine Anämie?). Es warten zuviele Nierenkranke auf eine Spenderniere, solche Berichte führen nur in die Irre und machen unsicher. Aufklärung JA, aber nicht so! Zu reiserrisch und nur nach einer Seite hin recherchiert. Was sind 8% Erschöpfte (?) zu 92% LS, die einem Angehörigen oder Freund wieder Lebensqualität gegeben haben und nicht nur am jammern sind! Jederzeit würde ich einem meiner nächsten Angehörigen einer meiner Nieren geben, ohne an irgenwelche Nebewirkungen zu denken! Sie nicht!? Übrigens, haben Sie einen Spenderpass? Denn: Don´t take your organs to Heaven, we need them on earth! Stefan Metzger Fachpfleger für Nephrologie Backnang

Letzte Änderung am: 01.07.2011, 18.10 Uhr

Warum Nieren-Spender nicht über gefährliche Langzeitfolgen aufgeklärt werden

Bericht

Autoren:
Ulrich Neumann, Gottlob Schober
Kamera:
Peter Kempter, Thomas Schäfer, Eduard Sperling, Frank Waldschmidt
Schnitt:
Marcus Kaul
Sprecher:
Gottlob Schober

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