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28.04.2008 Kirche räumt Sozialdumping ein

Diakonie Präsident Kottnik: "Die Alternative wäre, wir machen die Arbeit gar nicht mehr, wir geben sie auf."

Arbeitnehmervertreter Wolfgang Lindenmeyer: "Alle Welt regt sich über Lidl und Aldi auf. Kirche ist schlimmer."

Mainz. Viele Mitarbeiter bei diakonischen Einrichtungen können von ihrem Einkommen nicht mehr leben und müssen zusätzlich Hartz IV beantragen. Das berichtet das ARD Politikmagazin REPORT MAINZ am Montag, den 28. April um 21 Uhr 45 im Ersten. Dieser Sachverhalt widerspricht den Grundsätzen der Kirchen, die immer wieder fordern, dass Mitarbeiter von ihrem Einkommen leben können müssen.

Auf die Frage des Politikmagazins, ob es christlich und gerecht sei, Menschen so zu beschäftigen, dass sie von ihrem Gehalt nicht mehr leben können, antwortete der Präsident des Diakonie Bundesverbands, Klaus-Dieter Kottnik: „Die Alternative wäre, und das ist der Gewissenskonflikt, zu sagen, wir machen die Arbeit gar nicht mehr, wir geben sie auf“. Kottnik bestreitet, dass es systematisches Sozialdumping gebe. Dennoch fordert er von der Politik mehr Geld für das soziale System.

Wolfgang Lindenmaier, Mitarbeitervertreter in der bundesweiten arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie, wirft den Kirchen vor, die Lohnspirale bewusst nach unten zu treiben. „Die beiden Kirchen haben verhältnismäßig großen politischen Einfluss. Sie nützen diesen Einfluss und ihre Marktführerschaft im sozialen Bereich nicht, um endlich vernünftige Entgelte für die Arbeit zu bekommen. Sie nützen ihre Macht ausschließlich, um Dumpinglöhne durchzusetzen. Alle Welt regt sich über Lidl und Aldi auf. Kirche ist schlimmer“, so Lindenmaier gegenüber REPORT MAINZ.

Letzte Änderung am: 28.04.2008, 10.13 Uhr



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