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29.05.2012
21.45 Uhr, DasErste

REPORT MAINZ vom 17.04.2012

REPORT MAINZ,  17.4.2012 | 27:17 min

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11.10.2011 Skandal! Affäre! Enthüllung!

ARD würdigt Geburtstag der Politikmagazine mit einem Votingformat - Zuschauer stimmen über Skandale im Internet ab

50 Jahre Politikmagazine im Ersten, das sind 50 Jahre Skandale, Affären und Enthüllungen. Die politischen Magazine der ARD haben die Geschichte der Bundesrepublik wie kaum ein anderes Informationsformat geprägt. Immer wieder machten Panorama, Monitor, Report München, Report Mainz, Fakt und Kontraste mit Enthüllungen Schlagzeilen, mischten sich in politische Diskussionen ein und deckten Skandale auf.

Die ARD hat den Geburtstag der Politikmagazine zum Anlass genommen, die Zuschauer abstimmen zu lassen und fragt: "Welcher Skandal, welche Affäre, welche Enthüllung aus den vergangenen 50 Jahren hat Sie am meisten bewegt?" Ab Dienstag, den 11.10. können die Zuschauer im Internet abstimmen.

Zehn Themen stellt die ARD zur Abstimmung: Vom CDU-Parteispendenskandal, über Würmer im Fisch, die Verbrechen der Stasi, bis zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche reicht das Themenspektrum - von der Starfighter-Affäre aus den sechziger Jahren bis zu den jüngsten Tierschutzskandalen. Auf einer eigens eingerichteten Internetseite können die Zuschauer abstimmen. Sie bestimmen die Reihenfolge der Themen in der Sendung und können u.a. auf reportmainz.de abstimmen.

Prominente erinnern sich gemeinsam mit den Zuschauern, blicken zurück auf die bewegte Geschichte der Magazine, die auch ein Teil der deutschen Geschichte ist. Sie schmunzeln über Archivschätze, etwa wenn Dagobert Lindlau für Report München selbst in den umstrittenen Starfighter-Kampfjet einsteigt, und aus dem Cockpit berichtet, als das Flugzeug plötzlich beunruhigende Geräusche von sich gibt. Später deckte Uli Wickert auf, dass der Hersteller Schmiergeld bezahlt hat, um den Flieger zu verkaufen. Sein Informant verlangte damals als Gegenleistung für die Information zwei Kilo Gummibärchen. Prominente aus Politik und Unterhaltung haben sich gemeinsam mit den Autoren Archivfilme angesehen, kommentieren sie und erzählen, welche ganz persönlichen Erinnerungen sie mit den Geschichten der Magazine verbinden. Dabei sind unter anderem Politiker wie Peer Steinbrück und Wolfgang Gerhard, die Moderatoren Marcel Reif, Sandra Maischberger und Uli Wickert, Künstler wie Marius-Müller Westernhagen und Dieter Nuhr.

Alice Schwarzer erinnert sich an ihren eigenen Beitrag über Abtreibungen, der von den Intendanten aus dem Programm genommen wurde - für Alice Schwarzer noch heute  "der unerhörteste Zensurfall in der Geschichte der ARD". Günther Beckstein wird seine Erlebnisse mit der Stasi nie vergessen: "Die haben sogar mich und meine Frau am Telefon abgehört, während wir darüber sprechen, wie viele Windeln ich im Supermarkt kaufen soll!"

Damit probiert die ARD zum ersten Mal eine neue Form der Jubiläumssendung aus. Votingformate, Sendungen, bei denen das Zuschauervotum die Reihenfolge der Beiträge bestimmt, sind bislang vor allem in der Unterhaltung erfolgreich. Die Koproduktion von NDR und SWR wendet dieses Prinzip jetzt auf harte investigative Berichterstattung an.

Die Autoren Dominique Ziesemer (NDR) und Benjamin Cors (SWR) haben für das Projekt hunderte Stunden Archivmaterial gesichtet und ausgewertet, um einen attraktiven, spannenden Themenmix auszuwählen. Benjamin Cors, Redakteur bei ARD-Aktuell in Mainz, der bereits den Film "60 Jahre ARD" produziert hat, sagt: "Wichtig für uns war es, dass wir wirklich aus jedem Jahrzehnt Themen finden, dass wir ‚Dauerbrenner‘ der Magazine genauso berücksichtigen, wie einzelne herausragende oder besonders umstrittene Filme." Dominique Ziesemer ergänzt: "Natürlich müssen sich auch die Promis, die wir interviewen, spontan an die Geschichten erinnern können. Schließlich wollen wir keinen Film für ‚Magazininsider‘ machen, sondern echtes Erinnerungsfernsehen." Dominique Ziesemer hat das einzige Quiz rund um die deutsche TV-Geschichte "Wer hat’s gesehen?" erfunden und etliche Votingformate produziert. 

Die Idee für "Skandal Affäre Enthüllung" ist im NDR entstanden. Redakteur Stephan Brünjes, Chef von Dienst im Programmbereich Zeitgeschehen, kann dabei auf  Erfahrungen aus dem NDR-Fernsehen zurückgreifen: "Das Votingformat  ‚Die größten Schlagzeilen der Politik‘ lief bei uns im Dritten ausgesprochen erfolgreich. Das hat uns gezeigt, dass die Zuschauer durchaus Interesse an dieser neuen Art des Erinnerungsfernsehens haben." Redakteur Adrian Peter, Chef vom Dienst bei REPORT MAINZ ergänzt: "Gerade über das Internet und social media haben wir hier die Chance Zuschauer anzusprechen, die nicht ohnehin regelmäßig die politischen Magazine sehen. Damit ist natürlich die Hoffnung verbunden, auch jüngere Menschen für die Inhalte von Politikmagazinen zu begeistern."

Letzte Änderung am: 11.10.2011, 13.51 Uhr

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