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REPORT MAINZ extra mit Gebärdensprache Geld oder Leben: Wie gerecht ist unser Gesundheitssystem?

Report Mainz extra,  1.7.2014 | 28:28 min

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09.08.2010  Vorwürfe gegen Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Grotelüschen

Bilder zeigen schwere Tierschutzverletzungen

Tierschützer erheben schwere Vorwürfe gegen die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen. Nach dem Bericht des ARD-Magazins REPORT MAINZ soll es bei Putenmästern, die in enger Geschäftsbeziehung zur Mastkükenbrüterei Ahlhorn stehen, zu tierquälerischer Putenhaltung gekommen sein. Ahlhorn ist der Betrieb ihres Mannes Garlich Grotelüschen.

Astrid Grotelüschen war bei Ahlhorn bis zu ihrem Amtsantritt als Landwirtschaftsministerin im April als Geschäftsführerin tätig. Seitdem ist sie als Ministerin auch für den Tierschutz in Niedersachsen zuständig.

Report Mainz zeigt Bilder von verletzten und sterbenden Tieren, die sich gegenseitig Federn und Augen ausgepickt haben. Diese im April und Juli von Tierschützern gedrehten Aufnahmen zeigen Tiere in großer Enge, darunter auch ein bereits verwestes Tier. Die Aufnahmen wurden in zwei Betrieben der Putenerzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern gedreht.

Der renommierte Tierarzt Karl Fikuart von der Bundestierärztekammer schließt aus den Aufnahmen auf eindeutige Verstöße gegen den Tierschutz: "Das ist eindeutig  Tierquälerei - so etwas dürfte nicht sein in einer sorgfältigen Haltung, die wirklich Wert legt auf das Wohl der Tiere."

Mit den Bildern der Tierschützer konfrontiert, bezeichnete Grotelüschen die gezeigten Bilder in der ARD selbst als "nicht wünschenswert".

Grotelüschen lehnte gegenüber REPORT MAINZ jede persönliche oder unternehmerische Verantwortung ab. Sie wisse nicht, wie es zu den Verletzungen gekommen sei: "Wir sind als Betrieb nicht an Mastbetrieben beteiligt, wir sind eine Mastputenbrüterei". Die Betriebe der Mecklenburgischen Erzeugergemeinschaft seien eigenständige Betriebe, die eigenverantwortlich handelten: "Ich habe also mit den Mecklenburger Betrieben persönlich oder auch als Familie, als Betrieb, nichts zu tun."

Nach Recherchen von REPORT MAINZ bestehen allerdings enge Geschäftsbeziehungen zwischen der Mastkükenbrüterei Ahlhorn, dem Betrieb von Grotelüschens Mann Garlich Grotelüschen, und der Mecklenburgischen Putenerzeugergemeinschaft. Ahlhorn ist größter Gesellschafter der Putenerzeugergemeinschaft.

Aus dem Gesellschaftsvertrag ergibt sich zudem, dass die Putenmäster der Putenerzeugergemeinschaft ihre Küken bei Ahlhon beziehen. Außerdem müssen sie die gemästeten Puten später wieder an Schlachtbetriebe liefern, an denen ebenfalls Ahlhorn beteiligt ist. Hinzu kommt, dass Ahlhorn die Betriebe nach eigenen Angaben durch Außendienstmitarbeiter und beauftragte Veterinäre regelmäßig kontrolliert.

Stefan Bröckling von der Tierrechtsorganisation Peta zieht gegenüber dem ARD-Magazin den Schluss: "Astrid Grotelüschen und Ihr Mann Garlich Grotelüschen, die leben vom Elend der Tiere, die sind auf jeden Fall mitverantwortlich".

Nach seiner ganz persönlichen Einschätzung befragt, ob die Massentierhaltung mit der Verantwortung für den Tierschutz vereinbar seien, sagte der Tierarzt Karl Fikuart: "Ich halte das für unerträglich, dass jemand, der in dieser Art Tiere hält, dann für den Tierschutz in einem Bundesland zuständig ist, dass schwerpunktmäßig ein Agrarland ist".

Letzte Änderung am: 09.08.2010, 18.01 Uhr

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