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14.02.2012
21.45 Uhr, DasErste

REPORT MAINZ vom 24.01.2012

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01.02.2010 Apotheken: Experten sehen Einsparpotential in Milliardenhöhe

SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach: Zusatzbeiträge der Krankenkassen könnten verhindert werden

Mainz. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert die schwarz-gelbe Koalition zu drastischen Einsparmaßnahmen bei den Apotheken auf. Damit könnten Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen verhindert werden. Gegenüber dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ sagte er wörtlich: „Wenn man jetzt konsequent sparen würde bei den Apotheken und würde die überflüssigen Gewinne abziehen, dann ließe sich damit mindestens eine Milliarde Euro sparen. Damit wären die Zusatzbeiträge, die jetzt von vielen Kassen erhoben worden sind, für zehn Millionen Versicherte, die wären damit abwendbar, und das ist natürlich von schwarz-gelb zu verlangen.“

Gesundheitsexperten sehen ein ähnlich hohes Einsparpotential. Für jedes verschreibungs-pflichtige Medikament, das sie herausgeben, bekommen die Apotheken pro Packung derzeit mindestens 5 Euro 80. Der Gesundheitsökonom Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen sagte REPORT MAINZ: „Wenn man das insgesamt betrachtet und fragt, bei welcher Pauschale hätten die Apotheken nach wie vor ein gutes Auskommen, dann haben wir auch in einem Gutachten festgestellt, dass 4,80 Euro ausreichen würden, das wäre immerhin ein Euro weniger als derzeit.

Und wenn man es einmal hochrechnet und gleichzeitig hochrechnet, dass damit auch die Einkaufspauschale, die die Apotheker auch noch bekommen, getroffen wird, da sind wir schnell bei einer Milliarde Einsparpotential.“

Unterdessen warf der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach der FDP vor, Formulierungen aus einem Papier der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) übernommen zu haben. So hatten Union und FDP im Koalitionsvertrag festgelegt, „Auswüchse beim Versandhandel (zu) bekämpfen.“ Diese Forderung findet sich in dem Papier der Apothekerverbände aus dem Jahr 2008 nahezu wortgleich. Martin Schulz, Geschäftsführer bei der ABDA, sagte gegenüber REPORT MAINZ: „Wer jetzt von wem abgeschrieben hat, möchte ich gar nicht hier diskutieren. Die Frage ist, wie kann man Auswüchse des Versandhandels eindämmen. Das war und ist überein-stimmende Auffassung zwischen der Bundesregierung und der Apothekerschaft und weiteren Beteiligten.“

Das FDP-geführte Bundesgesundheitsministerium wollte sich zu dieser Frage nicht äußern. Dazu der SPD-Politiker Lauterbach: „Der Bürger spielt überhaupt keine Rolle, auch wenn es teurer kommt, also es wird so gemacht, wie der Lobbyist es will. Das ist perfekte Lobbyarbeit“.

Letzte Änderung am: 01.02.2010, 13.57 Uhr

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