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Zollkriminalamt leitet Ermittlungsverfahren ein
Mainz. Die Firma Pelikan vertreibt Pinsel aus geschütztem Tropenholz. Das berichtet das ARD Politikmagazin REPORT MAINZ in seiner kommenden Sendung. Die Pinselstiele seien aus südostasiatischem Ramin. Das hat das Bundesforschungsinstitut für ländliche Räume, Wald und Fischerei im Auftrag des Magazins zweifelsfrei festgestellt. Ramin wird durch das Washingtoner Artenschutzabkommen international geschützt. Der Import ohne Genehmigung ist strafbar. Die Umweltstiftung WWF hat vor neun Wochen die zuständigen Umwelt- und Naturschutzämter eingeschalten. Seither gehen Behörden in Niedersachsen, Berlin, Hamburg und Rheinland-Pfalz dem Fall nach. Auch das Zollkriminalamt (ZKA) will nun aufgrund der Recherchen von REPORT MAINZ die entsprechenden Einfuhrdokumente überprüfen. Wolfgang Schmitz vom ZKA erklärte: „Die Hinweise sind so konkret, dass wir Ermittlungen aufnehmen werden.“ In einer Stellungnahme erklärt Pelikan, das Ramin-Holz stamme „ausschließlich aus Malaysia“ und werde begleitet durch Zertifikate, die angeblich belegen, dass das fragliche Holz „problem- und bedenkenlos“ verwendet werden dürfe.
Professor Dietrich Jelden, Direktor im Bundesamt für Naturschutz hält dies für „eine Falschaussage“. „Rein aus Umweltschutzgesichtspunkten müsste man auf den Erwerb von solchen Produkten verzichten.“ so Jelden und weiter: „Es ist eigentlich nicht vertretbar, solche Produkte anzubieten, die aus gefährdeten Beständen stammen, wo eine Nachhaltigkeit in keinster Weise gegeben ist.“
In einer weiteren Stellungnahme räumt Pelikan inzwischen ein: „Bei der Einfuhr wurde allerdings versäumt, die (...) Einfuhrgenehmigung nach der EG-Artenschutzverordnung einzuholen.“ Das Unternehmen bemühe sich nun um eine nachträgliche Genehmigung. Zudem kündigte Pelikan an, künftig „ausschließlich auf artenschutzrechtlich unbedenkliche Holzsorten“ zurückzugreifen.
Nach Informationen von REPORT MAINZ wurde auf Initiative des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) vor zwei Jahren eine Bund-Länder Arbeitsgruppe „Ramin“ eingerichtet. Dieser Gruppe gehören, wie REPORT MAINZ von Mitgliedern der Arbeitsgruppe erfahren hat, außer dem BfN u.a. auch das Bundeskriminalamt sowie das Zollkriminalamt an. Derzeit ermitteln – unabhängig vom Fall Pelikan - zwei Staatsanwaltschaften strafrechtlich wegen illegalem Raminhandel. Der Wert der gehandelten Waren liege weit im sechsstelligen Euro Bereich. Die Ermittlungen erstrecken sich auch auf das benachbarte Ausland. Mehrere europäische Behörden seien an den Ermittlungen beteiligt.
Holzexperte Gerald Koch vom Bundesforschungsinstitut für ländliche Räume, Wald und Fischerei stellt in REPORT MAINZ fest, dass „mehr Tropenhölzer auf den Markt kommen, was damit zusammenhängt, dass die Verarbeitung solcher Produkte in diesen Tropenländern weiterentwickelt worden ist.“
Johannes Zahnen, von der Umweltstiftung WWF erklärte: „Die Unternehmen hier in Deutschland wissen, wie die Situation in den Ländern dort ist. Sie tragen mit die Verantwortung für die Vernichtung dieser Urwälder.“
Letzte Änderung am: 08.06.2009, 09.27 Uhr