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REPORT MAINZ vom 17.04.2012

REPORT MAINZ,  17.4.2012 | 27:17 min

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19.02.2008 Nach REPORT MAINZ Recherchen

Heckler & Koch beendet Geschäftsbeziehungen mit Blackwater

Mainz. Der Waffenhersteller Heckler & Koch hat aus der Berichterstattung von REPORT MAINZ die Konsequenz gezogen und angekündigt, alle Geschäftsbeziehungen zu der berüchtigten US-Söldnerfirma Blackwater abzubrechen.

In einem Brief an REPORT MAINZ schrieb das Unternehmen: „Die Geschäftsleitung von Heckler & Koch hat entschieden, jegliche Verbindung mit Blackwater umgehend zu beenden.“

REPORT MAINZ hatte in seiner gestrigen Sendung die Partnerschaft zwischen der deutschen Firma und der umstrittenen US-Söldnertruppe aufgedeckt.
In einer gemeinsamen Mitteilung bezeichneten Blackwater und die Heckler & Koch GmbH ihre Zusammenarbeit als „einzigartige und strategische Partnerschaft“.

Blackwater und Heckler & Koch führen in den USA zusammen Lehrgänge für den Kampf mit Heckler & Koch - Kriegswaffen durch. Nach Recherchen von REPORT MAINZ setzen Blackwater-Söldner Maschinenpistolen von Heckler & Koch im Irak sowie in Afghanistan ein.

Hans-Christian Ströbele, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen erklärte in REPORT MAINZ: „Es ist skandalös und nicht hinnehmbar, dass eine deutsche Waffenfirma mit einer solchen Söldnertruppe der Gesetzlosen zusammenarbeitet (...) obwohl sie wissen muss, dass diese Firma im Irak an der illegalen Tötung von Menschen beteiligt ist.“

Das Bundeswirtschaftministerium beteuerte REPORT MAINZ gegenüber, dass die Bundesregierung keine Waffenlieferungen an Blackwater genehmigt hatte. Wie die Waffen dennoch an Blackwater gelangten, wollte Heckler & Koch nicht mitteilen.
Werner Hoyer, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP sagte dazu in REPORT MAINZ: „Da haben wir eine Lücke und die muss geschlossen werden.“ Weiter erklärte Hoyer, der auch außenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion ist: „Wir sehen, dass da ein Problem entsteht und das Problem größer wird und deswegen brauchen wir auf diesem Gebiet Transparenz und präzise Rechtsgrundlagen.“

Barbara Lochbihler, die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland forderte von der Bundesregierung Aufklärung über die Kooperation zwischen deutschen Waffenherstellern und Blackwater: „Für uns als Menschenrechtsorganisation ist das Entscheidende“, so Lochbihler „dass wir verhindern, dass mit deutschen Waffen, Menschen ungesetzlich - in so einem Krieg, wie im Irak - von privaten Söldnern getötet werden.“

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gert Weißkirchen regt eine Gesetzesinitiative an, um die Beteiligung an einer „Privatisierung des Krieges“ in Zukunft auszuschließen und forderte, „dass solche Kooperationen überprüft werden“.

Im Oktober 2007 warf der US-Kongress Blackwater brutales Fehlverhalten im Irak vor. Der US-Kongress hatte 195 Schießereien im Irak untersucht, an denen Blackwater in den vergangenen beiden Jahren beteiligt war und festgestellt, dass Blackwater in 163 Fällen (84 %) das Feuer eröffnet hatte. Gleichzeitig warf der Kongress Blackwater die Vertuschung von Gewaltver-brechen im Irak vor.
(http://oversight.house.gov/documents/20071001121609.pdf)

Letzte Änderung am: 19.02.2008, 09.06 Uhr

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