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Presseinformation REPORT MAINZ, 7. Mai 2007 Kinderpornografie im Online-Spiel „Second Life“

Staatsanwaltschaft Halle leitet Ermittlungsverfahren ein

Mainz. Das ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ hat im weltweit populären Online-Spiel „Second Life“ kinderpornografische Inhalte entdeckt. Die Staatsanwaltschaft Halle hat daraufhin ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. In dem Beitrag von REPORT MAINZ wurde erstmals dokumentiert, dass ein Second Life-Spieler aus Deutschland mit kinderpornografischen Aufnahmen gehandelt hat. „Wir werden versuchen, diese Person namhaft zu machen. Dieser Straftatbestand wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren geahndet“, so Oberstaatsanwalt Peter Vogt von der Zentralstelle gegen Kinderpornografie bei der Staatsanwaltschaft Halle in REPORT MAINZ.

Robin Harper, die Vize-Präsidentin Linden Lab, der Betreiber-Firma von „Second Life“, sagte dazu gegenüber REPORT MAINZ: „Wir werden herausfinden, wer dahinter steckt und dann die Polizei informieren.“  

Weitere Aufnahmen von REPORT MAINZ belegen, wie Spieler in Second Life virtuelle Kinder missbrauchen und vergewaltigen. „Mir fehlen einfach die Worte“, so Oberstaatsanwalt Peter Vogt, „dieses Angebot ist ein kinderpornografisches Angebot.“

Im Interview mit REPORT MAINZ kündigte Linden Lab an, dem Online-Spiel jetzt ein Altersverifikationssystem vorzuschalten. Dadurch soll es Kindern und Jugendlichen unmöglich gemacht werden, Zugang zu bestimmten Bereichen des Spieles zu bekommen.

Jugendschützer in Deutschland fordern weitergehende Schritte. Friedemann Schindler von der für Jugendschutz im Internet zuständigen Behörde jugendschutz.net kritisierte in REPORT MAINZ: „Linden Lab hätte ganz einfache Möglichkeiten, den sexuellen Missbrauch zu verhindern, in dem sie einfach die Welt so programmieren, dass zum Beispiel der sexuelle Kontakt zwischen Kindern und Erwachsenen nicht möglich ist.“

Wie die Aufnahmen von REPORT MAINZ dokumentieren, gibt es etliche Nutzergruppen in „Second Life“, deren Mitglieder kindliche Spielfiguren gegen Geld sexuell missbrauchen. Dazu sagte Lutz-Ulrich Besser vom Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachen in dem ARD-Politikmagazin: „Wenn man sich dann vorstellt, dass dort hinter diesen Spielfiguren reale Menschen stehen, die sozusagen diese Figuren und die Befehle und das was dort an sexueller Ausbeutung und Erniedrigung passiert auch noch steuern, dann sind das wirklich Anleitungen zu sexueller Ausbeutung, zu sexuellen Verbrechen an Kindern.“

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