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29.04.2014
21.45 Uhr, Das Erste

Fritz Frey

REPORT MAINZ vom 25.03.2014

Report Mainz,  25.3.2014 | 29:18 min

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04.12.2012 | Verdacht auf Kindesmisshandlung in Trossinger Kita  Deutsche Kinderhilfe: Vorfälle werden vertuscht

Mainz. Nach Informationen des ARD Politikmagazins REPORT MAINZ ermittelt die Staatsanwaltschaft Rottweil wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung in der Kindertagesstätte "Kleine Riesen" in Trossingen. Über den Fall berichtet REPORT MAINZ heute ausführlich um 21:45 Uhr im ERSTEN

Staatsanwalt Frank Grundke erklärt: "Es geht um Ruhigstellung von Kindern, um grobe Behandlung von Kindern, es geht auch um eventuell zwanghaft veranlasste Aufnahme von Nahrung. Es sind Vorwürfe, die unter diesen Gesichtspunkten Körperverletzung und Freiheitsberaubung möglicherweise auch Nötigung zu prüfen sind."

REPORT MAINZ liegt die polizeiliche Aussage einer Praktikantin vor, die schwere Vorwürfe gegen die Kindertagesstätte "Kleine Riesen" in Trossingen erhebt.

Im Interview mit REPORT MAINZ sagt die Praktikantin: "Die Kinder wurden auf ein Bett gelegt und dann kam so ein Tuch drüber und dann nochmal drüber und nochmal. Das hatte keine Möglichkeit sich zu bewegen. Gar nicht. Und zum Essen wurden die Kinder festgehalten und das Essen reingedrückt. Wenn sie es ausgespuckt haben, dann wurde es wieder reingedrückt. Das war Nötigung. Das hat mit Pädagogik nichts zu tun."

 

Natascha Schwendeler, die ihre Tochter inzwischen aus der Kindertagesstätte abmeldete, erklärt als Augenzeugin im Interview mit REPORT MAINZ, im Schlafsaal der „Kleinen Riesen“ lag ein Kind in seinem Bett „eingewickelt wie eine Mumie. Wie einbandagiert sah das aus.“

Auch Petrit Nezira, der seinen Sohn aus derselben Kindertagesstätte herausholte, war ebenfalls Augenzeuge und berichtet über eines der Kinder, das er gesehen hat: "Man hat gesehen, dass es links und rechts festgebunden war, gefesselt. Sowas kann man nicht machen."


Jelena Wahler, die Geschäftsführerin der Kette "Little Giants", zu der die "Kleinen Riesen" in Trossingen gehört, schreibt in einer Stellungnahme an REPORT MAINZ: "Die beschuldigte Mitarbeiterin arbeitet nicht mehr bei uns." Man habe "umgehend das Landesjugendamt eingeschaltet."  Es sei "nichts passiert" und die Vorwürfe seien "haltlos".

In wie vielen Verdachtsfällen derzeit bundesweit ermittelt wird ist unklar.

Georg Ehrmann, Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe e.V. erklärt in REPORT MAINZ: "Um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz auszuführen sollen die Qualitätsstandards sogar noch weiter gesenkt werden. Deswegen vertuschen Politik und Träger solche Vorfälle, damit die Quantität nach vorne kommt. Über die Qualität darf nicht gesprochen werden."

Zuvor waren bereits in Altenburg (Thüringen) staatsanwaltschaftliche Ermittlungen aufgenommen worden, weil dort Erzieherinnen Kinder zum Mittagsschlaf fest in Tücher eingebunden hatten.

Auch in mehreren anderen deutschen Kindertagesstätten, unter anderem in Herne, Magdeburg, und Pöllwitz (Thüringen), steht derzeit der Vorwurf im Raum, dass Kleinkinder von Erzieherinnen misshandelt wurden.

Letzte Änderung am: 04.12.2012, 17.28 Uhr

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