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Insgesamt 36 Vorfälle Übergriffe auf Asylsuchende und Flüchtlingsheime 2008 - 2013

Ausgewertet wurden nur Vorfälle, denen ein offizieller Charakter zugrunde lag: Entweder Pressemitteilungen der zuständigen Polizeibehörden oder Berichterstattung in Print oder TV. Alle weiteren Vorfälle, die nicht eindeutig verifizierbar waren, wurden in die Zählung nicht aufgenommen.

2013 (21 Vorfälle)


1. Essen / Nordrhein-Westfalen (2)
Am Mittag des 21. Oktober wurde eine ehemalige Schule in Essen, die zur Asylunterkunft umgebaut wird, mit einer Schleuder beschossen. Abgefeuert wurden Metallgeschosse. Bereits am 18. Oktober war auf das Gebäude geschossen worden.
(www.derwesten.de v. 22. Oktober 2013)

2. Oldenburg / Niedersachsen
In der Nacht zum 21. Oktober wurde auf das Kulturzentrum für Sinti und Roma in Oldenburg ein Brandanschlag verübt. Ein 25-Jähriger zündete die Fußmatte vor der Eingangstür mit Brandbeschleunigern an.
(www.taz.de v. 21. Oktober 2013 / www.nwzonline).de v. 24. Oktober 2013)

3. Wehr / Baden-Württemberg
Unbekannte haben am frühen Morgen des 19. Oktober Feuer in einer Asylunterkunft im südbadischen Wehr (Landkreis Waldshut) gelegt. Benzin wurde auf der Holztreppe verschüttet, Papier verteilt und angezündet.
(www.badische-Zeitung.de v. 21. Oktober 2013)

4. Gemünden / Bayern
Zwei Jugendliche sollen am Abend des 17. Oktober im Asylbewerberheim in Gemünden (Landkreis Main-Spessart) einen Brand verursacht haben. Der Sachschaden beträgt 15.000 Euro.
(www.br.de v. 18. Oktober 2013)

5. Güstrow / Mecklenburg-Vorpommern
Am frühen Morgen des 12. Oktober wurde in Güstrow ein Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim verübt. Ein brennender Feuerwerkskörper wurde durch ein angekipptes Fenster in den Keller des Hauses geworfen. Durch die Hitze des Feierwerkskörpers wurden Gegenstände aus Plastik geschmolzen und es kam zu starker Rauchentwicklung. Gegen das Heim hatte es zu Jahresbeginn Proteste gegeben. Die NPD hatte gemeinsam mit Anwohnern demonstriert und die Inbetriebnahme um mehrere Monate verzögern können, so MUPINFO.
(www.neues-deutschland.de v. 12. Oktober 2013 / www.mupinfo.de v. 12. Oktober 2013)

6. Premnitz / Brandenburg
In der Nacht zum 18. September wurden Mülltonnen, die vor einem künftigen Übergangswohnheim für Asylbewerber in Premnitz (Landkreis Havelland) standen, vor das Gebäude geschoben und dann Feuer gelegt. Dabei wurde die Eingangstür beschädigt. Ca. zwei Wochen vor dem Übergriff marschierte die NPD und Freie Kameradschaften vor dem geplanten Flüchtlingsheim auf.
(www.pnn.de v. 18. September 2013)

7. Berlin
Am Morgen des 3. September haben Polizeibeamte an einem abgebrannten Papiercontainer in Hellersdorf drei mit fremdenfeindlichen Parolen beschriebene Zettel gefunden. Die Inhalte richteten sich gegen die dort befindliche Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylsuchende.
(www.morgenpost.de v. 03. September 2013)

8. Plauen / Sachsen
In der Nacht zum 1. September gab es Neonazi-Schmierereien an der Geschäftsstelle der Linken, dem Flüchtlingsheim für Asylsuchende und dem Islamischen Zentrum in Plauen.
(www.kerstin-koeditz.de v. 02. September 2013)

9. Schmiedeberg / Sachsen
Ein Asylbewerber aus Pakistan wurde am 20. August in Schmiedeberg (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) von Unbekannten angegriffen und schwer verletzt.
(Sächsische Zeitung v. 22. August 2013)

10. Luckenwalde / Brandenburg
In der Nacht zum 16. August haben Unbekannte einen Brandsatz auf das Flüchtlingsheim in Luckenwalde (Kreis Teltow-Fläming) geworfen.
(www.maz-online.de v. 16. August 2013)

11. Eisenhüttenstadt / Brandenburg
Bei einer NPD-Kundgebung gegen vorgeblichen Asylmißbrauch in Eisenhüttenstadt am 3. August attackierten Neonazis unter anderem mit Pfefferspray und Fahnenstangen Gegendemonstranten. An den Ausschreitungen soll auch der NPD-Kommunalpolitiker Markus Noack gewesen sein.
(http://blog.zeit.de/stoerungsmelder v. 05. August 2013)

12. Arnstadt / Thüringen
In der Nacht zum 21. Juli haben zwei 23 und 25 Jahre alte Bundeswehrsoldaten in Arnstadt ein Asylbewerberheim angegriffen. Sie bewarfen die Unterkunft mit Feuerwerkskörpern, beleidigten einen Bewohnerder Flüchtlingsunterkunft rassistisch, zeigten den Hitlergruß und zerstörten eine an dem Asylbewerberheim angebrachte Videokamera.
(www.neues-deutschland.de v. 22. Juli 2013)

13. Dettmannsdorf / Mecklenburg-Vorpommern (2)
In den Nachtstunden des 22. Juni wurden in der Nähe des Asylantenheims in Dettmannsdorf (Landkreis Vorpommern-Rügen) zwei Böller gezündet. Wenige Tage zuvor wurden bereits Böller auf das Grundstück des Asylantenheims geworfen.
(www.mupinfo.de v. 24. Juni 2013)

14. Bergen- Rügen / Mecklenburg-Vorpommern
In der Nacht zum 13. Juni waren zwei 18 und 46 Jahre alte Asylbewerber aus Ghana von Bergen in Richtung Neklade zu Fuß unterwegs. Dabei wurden sie von einem PKW und einem Motorrad überholt. Beide Fahrzeuge wendeten am Ende der Straße. Dann beschleunigte der PKW und raste auf die beiden Männer zu. Diese retteten sich mit einem Sprung in den Straßengraben. Bei ihrer Flucht nach Bergen zurück wurden die Attackierten langsam von dem Motorradfahrer verfolgt.
(www.polizei.mvnet.de v. 14. Juni 2013)

15. Langburkersdorf / Sachsen
In der Nacht zum 20. April hat die Polizei drei Männer festgenommen, die vermutlich einen Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Langburkersdorf geplant hatten. Das Trio war mit Messer, Schlagring und Benzinkanistern unterwegs.
(www.sz v. 24. April 2013)

16. Güstrow / Mecklenburg-Vorpommern
In der Nacht zum 20. April wurde das Wohnhaus von Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) attackiert. Mit schwarzer Farbe wurden die Worte „Lichtenhagen kommt wieder“ an die Hauswand gesprüht. Eine offene Anspielung auf das geplante Asylbewerberheim in Güstrow-Dettmannsdorf. MUPINFO kommentierte die Drohung in dem Artikel „Nadelstiche gegen Überfremdung“ als „sehr derbe Anspielung auf die mehrtätigen Auseinandersetzungen im Rostocker Nordwesten vor 20 Jahren.“
(www.svz.de v. 21. April 2013 / www.mupinfo.de v. 22. April. 2013)

17. Greifswald / Mecklenburg-Vorpommern
Fünf afghanische Bewohner des Asylbewerberheims in Greifswald wurden am Abend des 16. April in unmittelbarer Nähe ihrer Unterkunft zunächst von fünf Männern angesprochen und dann attackiert. Zwei der Opfer erlitten Verletzungen im Gesichtsbereich.
(www.polizei.mvnet.de v. 18. April 2013)

18. Vockerode / Sachsen-Anhalt
Drei Männer im Alter von 17, 24 und 27 Jahren haben am 30. März in Vockerode (Landkreis Wittenberg) zunächst drei Asylbewerber mit fremdenfeindlichen Parolen beschimpft und bis zu ihrer Unterkunft verfolgt. Zwei der Männer drangen in die Unterkunft ein und traten eine Wohnungstür ein. Sie sollen dann Bewohner bedroht haben.
(www.mz-web.de v. 01. April 2013)

19. Beelitz / Brandenburg
In der Silvesternacht wurde ein Brandanschlag auf das noch unbewohnte Asylbewerberheim in Beelitz-Heilstätten (Landkreis Potsdam-Mittelmark) verübt. In das Gebäude sollen 38 Asylbewerber einziehen. Der mutmaßliche Täter soll ein 27-Jähriger aus dem Havelland sein.
(www.maerkischeallgemeine.de v. 16. Januar 2013 / http://rbb-online.de v. 04. Februar 2013)


2012 (7 Vorfälle)


1. Gröditz / Sachsen
Am frühen Morgen des 15. November brechen mehrere Jugendlich mit schwarzen Kapuzen, bewaffnet mit Knüppeln, in das Gröditzer (Landkreis Meißen) Asylbewerberheim ein und brüllen ausländerfeindliche Parolen.
(Sächsische Zeitung v. 24. November 2012)

2. Waßmannsdorf / Brandenburg
In der Nacht zum 9. Oktober wurde das Asylbewerberheim in Waßmannsdorf mit einem großen Hakenkreuz sowie den Schriftzügen „Rostock ist überall“ und „NW-Berlin.net“ beschmiert. Eine Fensterscheibe zur Wohnung einer Asylbewerberin aus Afghanistan wurde eingeworfen und zwei Türen eingeworfen.
(www.internetwache.brandenburg.de v. 10. Oktober 2012 / www.taz.de v. 12. Oktober 2012)

3. Prenzlau / Brandenburg
Am Abend des 4. Oktober wurden zwei Libanesen in Prenzlau auf dem Weg ins Asylbewerberheim von zwei Männern mit einem Messer und einem Teleskopschlagstock bedroht und angegriffen. Ein Opfer wurde verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.
(www.tagesspiegel.de v. 06. Oktober 2012)

4. Güstrow-Dettmannsdorf / Mecklenburg-Vorpommern
Vermutlich in der Nacht zum 2. Oktober wurde auf das geplante Asylbewerberheim in Güstrow-Dettmannsdorf (Landkreis Rostock) ein Buttersäureanschlag verübt. MUPINFO kommentierte: „In der Vergangenheit zeigte sich ..., dass rascher und entschiedener Protest der Bürger durchaus in der Lage ist, expandierende Asylantenheime schon im Vornherein zu verhindern. Ist die Unterkunft erst einmal bezogen, ist jedes Meckern zu spät.“
(www.bnr.de v. 04. Oktober 2012)

5. Potsdam / Brandenburg
In der Nacht zum 28. Februar hat ein 28-Jähriger vor dem Asylübergangswohnheim in Potsdam randaliert. Der Mann warf Steine in Richtung des Hauses und zeigte den Hitlergruß. Mit einer Bierflasche zerschlug er die Scheibe der Eingangstür. Bei seiner Festnahme leistete der Randalierer erhebliche Gegenwehr und spuckte nach den Polizisten.
(www.maerkischeallgemeine.de v. 28. Februar 2012)

6. Kamenz / Sachsen
Am frühen Morgen des 22. Februar wurden Fenster des Asylbewerberheims mit Ästen eingeschlagen. Der Schaden wird auf 1.500 Euro geschätzt.
(www.radiolausitz.de v. 22. Februar 2012)

7. Cottbus / Brandenburg
Am frühen Morgen des 4. Februar drangen zwei Männer gewaltsam in die Wohnung eines 37-jährigen kenianischen Asylbewerbers in Cottbus ein und riefen fremdenfeindliche Parolen. Das Opfer flüchtete.
(www.lausitzecho.de v. 06. Februar 2012)


2011 (1 Vorfall)


1. Waßmannsdorf / Brandenburg
Am 29. Januar soll ein Wachschutzmitarbeiter des Asylbewerberheims Waßmannsdorf bei Schönefeld einen farbigen Bewohner des Heims rassistisch beleidigt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.
(TAZ v. 10. Februar 2011)


2010 ( 1 Vorfall)


1. Harbke / Sachsen-Anhalt
In der Nacht zum 25. April warfen Unbekannte mit Steinen die Scheibe eines Zimmers des Asylbewerberheims in Harbke (Landkreis Börde) ein
(ddp v. 26. April 2010)


2009 (0)

kein Vorfall


2008 (6 Vorfälle)


1. Eilenburg / Sachsen
In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober wurden bis zu vier Brandsätze in Richtung des Asylantenheims in Eilenburg geworfen. Im Dezember nahm die Polizei fünf Verdächtige fest. Der 21-jährige Hauptverdächtige ist laut Staatsanwaltschaft massiv vorbestraft und steht wegen Körperverletzung unter Bewährung
(Sächsische Zeitung v. 29. Oktober 2008 / AFP v. 18. Dezember 2008)

2. Oppach / Sachsen
Am späten Abend des 12. September wurden aus einem PKW heraus zwei brennende Flaschen gegen die Außenwand des Asylbewerberheimes in Oppach (Kreis Görlitz) geworfen. Die Brandsätze erloschen jedoch. Im Dezember wurden vier Männer und eine Frau im Alter von 19 bis 26 Jahren als Tätergruppe ermittelt.
(Lausitzer Rundschau v. 15. September 2008 / ddp v. 01. Dezember 2008)

3. Brandenburg / Brandenburg
Ein pakistanischer Asylbewerber wurde in der Nacht zum 30. Mai in Brandenburg/Havel brutal zusammengeschlagen. Er erlitt Platzwunden am Kopf und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
(Junge Welt v. 31. Mai / 1. Juni 2008)

4. Schaafheim / Hessen
Am 29. März wurde festgestellt, dass Unbekannte in den vergangenen Wochen die Scheiben der ehemaligen Asylbewerber-Unterkunft in Schaafheim eingeworfen und rechtsextreme Parolen an die Wand gesprüht haben.
(Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Hessen v. 31. März 2008)

5. Neustrelitz / Mecklenburg-Vorpommern
Drei rechtsextreme Jugendliche im Alter von 14, 16 und 18 Jahren haben am 15. März in Neustrelitz einen Asylbewerber aus dem Libanon beschimpft und angegriffen. Als das Opfer flüchtete, warfen die Täter Steine und Bierflaschen hinter ihm her. Dabei wurde immer wieder „Ausländer raus“ gebrüllt.
(AP v. 16. März 2008 / Spiegel online v. 16. März 2008)

6. Braunschweig / Niedersachsen
Zwei 21 und 23 Jahre alte Männer aus der Neonazi-Szene haben am 2. Januar in Braunschweig zwei 19 und 24 Jahre alte Asylbewerber aus Syrien erheblich verletzt. Mit Sprüchen wie "Scheiß Ausländer" hatten sich die Täter den Fußgängern in den Weg gestellt und auf ihre Opfer, unter anderem, mit einem Stein eingeschlagen. Der ältere Asylbewerber musste in eine Klinik gebracht werden. Bei der Festnahme des 21-Jährigen verletzte dieser einen Beamten. Gegen diesen Täter lag ein Haftbefehl vor, weil er eine Gefängnisstrafe nicht angetreten hatte. Beide Schläger sind wegen ihrer Gewalttaten polizeibekannt. Wenige Stunden vor dem Überfall auf die beiden Asylbewerber aus Syrien hatten die Täter bereits zwei Asylbewerber angegriffen.
(Hannoversche Allgemeine v. 04. Januar 2008 / Braunschweiger Zeitung v. 14. Januar 2008 / NPD-Blog v. 14. Januar 2008)