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SENDETERMIN Di, 2.6.2015 | 21:55 Uhr | Das Erste

Unerwünschte Betreuer Gerichte setzen auf Berufsbetreuer statt auf Angehörige und Ehrenamtliche

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In Deutschland steigt der Anteil der Berufsbetreuungen deutlich an, während Familienangehörige und ehrenamtliche Betreuer immer mehr an Bedeutung verlieren. So wurden nach Angaben des Bundesministeriums der Justiz im Jahr 2006 lediglich 31,6 Prozent Berufsbetreuer bestellt. Diese Zahl stieg 2013 schon auf über 40 Prozent an. Der Anteil der ehrenamtlichen Betreuer, zu denen auch Familienangehörige zählen, sank von 67,7 Prozent (2006) auf rund 59 Prozent (2013).

Diese Entwicklung kritisiert jetzt der Landesrechnungshof Schleswig-Holstein, denn Berufsbetreuungen verursachen deutlich höhere Kosten als Betreuungen durch Ehrenamtler. Die Behörde hat jetzt einen Vorschlag ausgearbeitet, wie in Zukunft wieder mehr Ehrenamtler zum Zuge kommen könnten. Gegenüber REPORT MAINZ sagte die Präsidentin des Landesrechungshofes Schleswig Holstein, Gaby Schäfer: „Wir fordern, dass hauptamtliche Betreuungen regelmäßig und in einem standardisierten Verfahren überprüft werden auf ihre Notwendigkeit. Und gegebenenfalls dann das mildere Mittel einer ehrenamtlichen Betreuung gewählt wird“.

Der erfahrene Betreuungsrichter Axel Bauer vom Amtsgericht Frankfurt/Main unterstützt diesen Vorschlag. Derzeit müssen die Amtsgerichte spätestens nach sieben Jahren Betreuungen überprüfen. "Die sieben Jahre Überprüfung der Berufsbetreuung sind zu lang. Ich schlage vor, zwei Jahre verbindlich in das Gesetz einzuführen", so Bauer im Interview mit dem ARD-Politikmagazin. Das Bundesministerium der Justiz dagegen hält die geltenden Gesetze für ausreichend und sieht derzeit keinen Handlungsbedarf.

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4:58 min | Di, 2.6.2015 | 21:55 Uhr | Das Erste

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Unerwünschte Betreuer

Autorengespräch: Gerichte setzen auf Berufsbetreuer statt auf Angehörige

Moderatorin Birgitta Weber im Gespräch mit Gottlob Schober über seinen Beitrag.

aus der Sendung vom

Di, 2.6.2015 | 21:55 Uhr

Das Erste

Bericht

Autor:
Gottlob Schober

Kamera:
Roland Fenselau, Christian Saal, Thomas Schäfer

Schnitt:
Jörg Hommer

Sprecher:
Gottlob Schober