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Bundesregierung will Antibiotika in der Geflügelmast drastisch einschränken
Seit einigen Jahren infizieren sich immer mehr Tiere in der konventionellen Massentierhaltung mit einem Eiterkeim, gegen den viele Antibiotika nicht wirken, den sogenannten MRSA. Das Problem: Dieser Keim macht auch Menschen krank. Besonders gefährdet sind Landwirte, die in solchen Ställen arbeiten. Jetzt konnten Wissenschaftler Nachweisen, dass der Krankheitskeim auch im Fleisch von Frischgeflügel und dem Auftauwasser von Tiefkühlhähnchen steckt.
Für Prof. Wolfgang Witte vom Robert Koch Institut besteht dadurch für Jeden die Gefahr, sich mit dem Keim zu infizieren. Grund für die Zunahme resistenter Keime ist der hohe Einsatz von Antibiotika in der konventionellen Tierhaltung und die Haltungsbedingungen in den Ställen. Tierärzte fordern deshalb: Schärfere Kontrollen des Antibiotikaeinsatzes in der Tier- und vor allem Geflügelmast. Auf Nachfrage von Report Mainz lehnt Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner dies hab. Die Gesetzlichen Vorgaben seien Ausreichend, außerdem sei die Kontrolle der Mastbetriebe Sache der Bundesländer.
Jetzt will Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner endlich handeln und den Einsatz von Antibiotika in der Geflügelmast drastisch einschränken. Noch in dieser Woche will sie einen Gesetzentwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes ins Kabinett einbringen. Außerdem sollen die Befugnisse der Kontrollbehörden in den Ländern deutlich gestärkt werden.
Zuvor hatte eine Studie im Auftrag des nordrhein-westfälischen Landesverbraucherschutzministers Johannes Remmel (Grüne) die Debatte weiter verschärft. Demnach wurden in NRW im Vergangenen Jahr 96,4 Prozent des untersuchten Mastgeflügels mit Antibiotika behandelt und das zum Teil nur ein bis zwei Tage. Eine Folge ist die weitere Ausbreitung von Keimen, die gegen sehr viele Antibiotika resistent sind. Diese multiresistenten Keime gelangen aus den Ställen auf das Fleisch. Das zeigen, wie REPORT MAINZ berichtete, Untersuchungen des Robert Kochinstituts und des Bundesinstituts für Risikobewertung. Und das bestätigt sich auch in einer aktuellen Stichprobenuntersuchung des Bundes Umwelt und Naturschutz (BUND). Von 20 Geflügelfleischproben aus Supermärkten waren 10 mit multiresistente Keime verseucht, die für den Menschen gefährlich werden können.
Letzte Änderung am: 10.01.2012, 12.51 Uhr