aus der Sendung vom Dienstag, 20.9.2011 | 21.45 Uhr | Das Erste
Seit einigen Jahren infizieren sich immer mehr Tiere in der konventionellen Massentierhaltung mit einem Eiterkeim, gegen den viele Antibiotika nicht wirken, den sogenannten MRSA. Das Problem: Dieser Keim macht auch Menschen krank. Besonders gefährdet sind Landwirte, die in solchen Ställen arbeiten.
Jetzt konnten Wissenschaftler Nachweisen, dass der Krankheitskeim auch im Fleisch und Auftauwasser von Tiefkühlhähnchen steckt. Für Prof. Wolfgang Witte vom Robert Koch Institut besteht dadurch für Jeden die Gefahr, sich mit dem Keim zu infizieren. Grund für die Zunahme resistenter Keime ist der hohe Einsatz von Antibiotika in der konventionellen Tierhaltung und die Haltungsbedingungen in den Ställen. Tierärzte fordern deshalb: Schärfere Kontrollen des Antibiotikaeinsatzes in der Tiermast.
Letzte Änderung am: 19.09.2011, 10.54 Uhr
Kommentare zu diesem Artikel:
MRSA ist in jedem Fall gefährlich
MRSA ist in jedem Fall gefährlich
(Karin Ulich) 22.09.2011 , 17:59
Ina muss ich widersprechen: Auch MRSA, die über menschliche Träger in die Krankenhäuser oder Arztpraxen eingeschleppt werden, stellen für die Betroffenen und die Kontaktpersonen ein tückisches und oft folgenschweres Gesundheitsrisiko dar. Da gibt es meiner Meinung nach nichts klein zu reden! Bei mir kommt kein Fleisch in die Küche, vor dessen gefährlichen Krankheitserregern ich mich mit Desinfektionsmitteln und Schutzkleidung schützen muss. Fachleute wissen seit Jahren, wie massiv Schweine, Geflügel und Rinder mit den verschiedensten Krankheitskeimen befallen sind, darunter etliche Lebensmittelvergifter und weitere Zoonoseerreger. Sie wissen, dass Krankheitskeime teilweise Gene mit Darmkeimen und untereinander austauschen können, was besonders die Resistenzbildung durch die häufigen Antibiotikagaben zu unvorhersehbarem Eigenleben verhilft. Einige Wissenschaftler machen schon lange darauf aufmerksam - als einsame Rufer in dieser Wüste aus Geschäftsinteressen oder Ignoranz. Denn von maßgeblichen Wissenschaftlern wurden diese Probleme lange verschwiegen und von der Politik äußerst fahrlässig vernachlässigt. Dank mutiger Wissenschaftler und aufrechter Rechercheure des SWR werden nun allmählich die Bürger informiert und die Politiker hoffentlich genötigt, endlich ihre Aufgaben als Interessenvertreter der Bürger und Verbraucher wahr zu nehmen, anstatt weiterhin als Wegbereiter der Agro-Lobbyisten Massentierhaltungen mit all ihren verheerenden Auswirkungen weiter zu fördern. Es muss sich sehr viel ändern! Der Öko-Landbau muss wieder gefördert werden! Wir brauchen gesunde Tiere aus artgerechter Haltung in sozial verträglichen Gruppengrößen mit Freiauslauf und Einstreu im Stall. Zuchtrassen, die Schmerzen und Qualen zur Folge haben, gehören verboten. Verstümmelungen, um die Tiere nicht artgerechten Systemen anzupassen (Schnabelkürzen, Schwänze kupieren, Hörner verhindern) sind nach dem Tierschutzgesetz verboten, werden jedoch ungehindert routinemäßig durchgeführt.
Krankenhaushygene
Krankenhaushygene
(Jörg Boves) 22.09.2011 , 13:56
Liebes SWR-Team Auf geschreckt durch Ihre Berichterstattung habe ich mir die Mühe gemacht im Internet nach MRSA zu suchen und folgendes gefunden. „Innerhalb der MRSA-Gruppe gibt es unterschiedliche Typen. Interessant ist, dass bei den bisherigen MRSA-Krankenhausinfektionen kaum die Typen auftreten, die typischerweise in den Schweinställen gefunden werden. So konnte 2007 in einer groß angelegten Studie nur in 11 von 4370 MRSA-Isolaten (= 0,3%) der schweinespezifische Typ ST398 nachgewiesen werden. Das heißt, die bisherigen Probleme in den Krankenhäusern sind kaum auf Einträge aus Schweinestallungen zurückzuführen.“ Hätten Sie sich auch die Mühe gemacht, würden wir nun über Krankenhaushygene diskutieren
zu Frau Antoinetta
zu Frau Antoinetta
(Lara) 22.09.2011 , 13:51
bitte informieren sie sich mal bevor sie sich auslassen: woher wissen sie dass die Tiere leiden? Käfige sind verboten! verstümmelte Tiere bekommt der landwirt nicht bezahlt und daher wird der das tunlichst unterlassen Tiere müssen vor ablieferung 7 Tage frei von Wartezeiten von Medikamenten sein. Wartezeit bedeutet die zeit in der das Medikament vom Tier vollständig verstoffwechselt wurde. "Auf der Strecke bleiben nicht nur das Wohl der Tiere und ihre artgemäße Haltung, sondern auch Qualität, Geschmack und die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Produkte." artgemäße Tierhaltung heißt: ich halte das schwein nicht im Aquarium, mehr nicht quatiät, geschmack und gesundheitliche unbedenklichkeit ist bei konventionellem Fleisch sehr hoch, da die Tiere in einem Stall nicht mit so vielen Keinem in Kontakt kommen... Solang man gewissenhaft mit Fleisch umgeht und es ausreichend erhitzt ist jedes Fleisch gesundheitlich unbedenklich!
was mir so aufgefallen ist
was mir so aufgefallen ist
(Lara) 22.09.2011 , 13:49
Keime in der Küche gibt es schon Jahrhundertelang und auf einmal warnen wir davor? Und bitte immer alles Desinfizieren. Ich denke das ist auch ein falscher weg. Jeder der nicht mit Keinem im Kontakt kommt kann keine Resistenzen bilden.. darüber sollten wir auch mal nachdenken. Mich stört auch bei den Aussagen der Wissenschaftler usw. kann, kann, kann, kann passieren... Grund für die Ausbreitung die Massentierhaltung zu nennen... ist das Wissenschaftlich! bewiesen? Die Medikamentenfunde wurden heimlich gedreht: wer sagt dass das ein Stall war und nicht eine große Tierarztpraxis und wenn das heimlich gedreht wurde, wurde also Eingebrochen.. ist das ein Journalistische Arbeit, den wir im öffentlichen Fernseher zeigen wollen ?? Zu den Fachautoren: Was zeichnet die Autoren aus dass Sie "vom Fach" sind? eine landwirtschaftliche oder medizinische Ausbildung neben der journalistischen Tätigkeit?? Ich glaube nicht. Ein Ende der Antibiotika bedeutet NICHT ein Ende von "einer hohen Besatzdichte" (was heißt hier hoch? hoch ist ja sehr relativ) Auch Biobetriebe haben große Ställe und da soll ja kein Antibiotika eingesetzt werden und die funktionieren auch...
MRSA ist nicht MRSA
MRSA ist nicht MRSA
(ina) 21.09.2011 , 14:33
Liebes SWR-Team, in der Stellungnahme der Bundesregierung zu einer Anfrage von Bündnis90/Die Grünen zum Antibiotikaeinsatz heißt es: Die in der Regel bei Geflügel gefundenen „Livestock associated (la)-MRSA“ sind allerdings nicht gleichzusetzen mit den aus dem Krankenhaus bekannten „hospital acquired“ (ha)-MRSA. Beide MRSA-Typen unterscheiden sich bislang sehr wesentlich insbesondere in den krankmachenden Eigenschaften und in den Resistenzeigenschaften." "Nach der derzeitigen Einschätzung der Bundesregierung ist jedoch davon auszugehen, dass Lebensmittel in dem komplexen und vielfältigen Geschehen, das zur Entwicklung von Antibiotikaresistenzproblemen im Humanbereich beiträgt, von eher untergeordneter Bedeutung sein dürften, da die meisten Lebensmittel tierischen Ursprungs vor dem Verzehr verarbeitet werden und auch resistente Keime im Zuge dieser Verarbeitungsverfahren abgetötet werden."
[mehr Kommentare]