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29.05.2012
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REPORT MAINZ vom 17.04.2012

REPORT MAINZ,  17.4.2012 | 27:17 min

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Nachgefragt am 25.08.2011 Zentralrat der Sinti und Roma fordert mehr Integration und lobt REPORT MAINZ

REPORT MAINZ berichtete am 22.08.2011:

Berlin-Neukölln. Immer mehr Familien aus Rumänien sind in den letzten Monaten hierhergezogen. Die Gegend – heruntergekommen. Deutsche wohnen hier kaum noch. Die wenigen, die geblieben sind, haben für ihre neuen Nachbarn wenig übrig.

Seit dem EU-Beitritt dürfen Rumänen und Bulgaren unbeschränkt einreisen. Viele werden von Schleusern ins Land geholt, arbeiten hier illegal. Politik und Behörden gehen davon aus, dass die so genannten Wanderarbeiter nur kurz bleiben und dann wieder zurückkehren. Doch die Roma-Familien wollen bleiben. Immer mehr melden ihre Kinder an den Schulen im Bezirk an. Die Klassen platzen aus allen Nähten, es fehlen Lehrer mit Rumänischkenntnissen. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), warnt vor einer zunehmenden Armutswanderung von Rumänen und Bulgaren nach Deutschland.

Nachgefragt am 25.08.2011:

Pressemitteilung des Zentralrats im Wortlaut:

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma unterstützt die Forderungen des Neuköllner Bürgermeisters Heinz Buschkowsky in Berlin, der in einem Bericht des Magazins REPORT MAINZ vom 22. August 2011 erklärt hatte, dass die Migration von Roma aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union langfristige Programme im Bildungsbereich ebenso erfordert wie eine Verbesserung der oft desolaten Wohnsituation.

Der Zentralrat sieht die in dem differenzierten Beitrag von REPORT MAINZ benannten Integrationsprobleme vor allen Dingen in den oft schwierigen Bedingungen, unter denen die Familien leben. Bezirksbürgermeister Buschkowsky bestätigte, dass die ausweglose Situation, in der viele Familien leben, von Mietwucherern ausgenutzt wird. Hier sind, so Romani Rose, auch die Städte gefordert, gegen überhöhte Mieten einzuschreiten und gegebenenfalls alternative Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

Die Berliner Initiativen, durch die den Kindern der betroffenen Familien der Zugang zu den Regelschulen eröffnet wird, werden vom Zentralrat ausdrücklich unterstützt. Hierfür seien gegebenenfalls auch Mittel aus den einschlägigen EU-Programmen einzusetzen, um zusätzliche Lehrerstellen bereitstellen zu können. Ebenso wichtig seien Angebote für den Deutschunterricht der Erwachsenen. Vor allen Dingen müssten Bundesregierung und Bundesländer für eine grundsätzliche Anerkennung von in den Herkunftsländern erworbenen Qualifikationen sorgen, so dass Lehrer aus den Herkunftsländern an den betreffenden Schulen auch angestellt werden können.

Neues Integrationsproblem

Sie leben mitten unter uns, und doch in einer Parallelwelt: Roma-Familien aus Rumänien und Bulgarien. Die Politik hat das neue Integrationsproblem noch nicht erkannt.

REPORT MAINZ,  22.8.2011 | 5:59 min

Der Beitrag von REPORT MAINZ zeigte deutlich, dass es unter den Roma-Migranten zum Teil gut qualifizierte Menschen gibt, die wegen der oftmals massiven Diskriminierung in ihren Ländern nach Deutschland kommen, um ihren Kindern eine Perspektive für die Zukunft schaffen zu können.

In diesem Zusammenhang weist der Zentralrat darauf hin, dass die Migration aus den neuen Mitgliedsstaaten kein Problem von Roma allein sei, sondern eines, das in den schwierigen Verhältnisse in den Herkunftsländern begründet liegt, die für Roma allerdings durch die massiven Diskriminierungen und Rassismus verschärft würden. In den letzten Jahren haben über zwei Millionen Rumänen ihr Land verlassen; die Zahl der Roma darunter wird vom Zentralrat auf etwa 200.000 Menschen geschätzt – was ihrem Bevölkerungsanteil in Rumänien entspricht.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert in seinem Positionspapier zur "Rahmenvorgabe der Europäischen Union für die Verbesserung der Lage von Roma in Europa" vor allen Dingen gezielte Programme im Bildungsbereich, um Schulbesuch und Qualifizierung zu ermöglichen. Die von REPORT MAINZ gezeigten Kinder, die in Vorbereitungsklassen für die Regelschulen qualifiziert werden, sind die potentiellen Fachkräfte, die in absehbarer Zeit in Deutschland fehlen werden, so Romani Rose.

Letzte Änderung am: 25.08.2011, 10.23 Uhr

Müll in einem Hinterhof Wie abgeschottet Roma in Deutschland leben Neues Integrationsproblem

Sie leben mitten unter uns, und doch in einer Parallelwelt: Roma-Familien aus Rumänien und Bulgarien. Die Politik hat das neue Integrationsproblem noch nicht erkannt.

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