aus der Sendung vom Montag, 22.8.2011 | 22.00 Uhr | Das Erste
Berlin-Neukölln. Immer mehr Familien aus Rumänien sind den letzten Monaten hierhergezogen. Die Gegend - heruntergekommen. Deutsche wohnen hier kaum noch. Die wenigen, die geblieben sind, haben für ihre neuen Nachbarn wenig übrig.
Seit dem EU-Beitritt dürfen Rumänen und Bulgaren unbeschränkt einreisen. Viele werden von Schleusern ins Land geholt, arbeiten hier illegal. Politik und Behörden gehen davon aus, dass die so genannten Wanderarbeiter nur kurz bleiben und dann wieder zurückkehren. Doch die Roma-Familien wollen bleiben. Immer mehr melden ihre Kinder an den Schulen im Bezirk an. Die Klassen platzen aus allen Nähten, es fehlen Lehrer mit Rumänischkenntnissen.
Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), warnt vor einer zunehmenden Armutswanderung von Rumänen und Bulgaren nach Deutschland. Seine Kollegen aus anderen deutschen Großstädten machten ähnliche Erfahrungen. Auf Landes- und Bundesebene habe die Politik die zunehmende Zuwanderung von Rumänen und Bulgaren aber noch nicht als neues Integrationsproblem erkannt.
Wie viele Familien seit dem EU-Beitritt gekommen sind, weiß niemand genau. Doch schon jetzt ist klar: Deutschland hat ein neues Integrationsproblem.
Letzte Änderung am: 22.08.2011, 11.12 Uhr
Kommentare zu diesem Artikel:
Roma in Deutschland
Roma in Deutschland
(Elmar Nobis) 23.08.2011 , 23:34
Wie konnte man bettelarme Länder wie Rumänien und Bulgarien in die EU aufnehmen? Wir importieren ständig neue Probleme durch das Versagen der Politik. Diese verfehlte Integrationspolitik wird uns zusammen mit den EU-Problemen in den Staatsbankrott treiben. Wer bezahlt eigentlich die hohen Mieten, wenn die Roma fast kein Einkommen haben, von Sozialleistungen?
Roma in Berlin
Roma in Berlin
(Balogh) 23.08.2011 , 15:44
bald französische Verhältnisse. Was bleibt uns noch übrig??
EU-Gesetze anwenden
EU-Gesetze anwenden
(Alt-EU-Bürger) 23.08.2011 , 12:39
Die volle Freizügigkeit für Rumänen und Bulgaren gibt es nach EU-Gesetz erst zum 1.1.2014. Vorher bedarf es einer Arbeitsgenehmigung, die, wenn eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorhanden, erteilt werden kann. Wer sie nicht hat, kann nach 3 Monaten ausgewiesen werden. Sarkozy hat das im letzten Jahr gemacht (allerdings übel rassistisch unterlegt) Unser Problem ist, dass wir aufgrund unserer Vergangenheit Manschetten haben die Leute auszuweisen, die die Bedingungen nicht erfüllen. Insofern gibt es dann auch keine Beschulungs- oder Unterhaltspflicht. Dazu hätte man Buschkowsky im Interview befragen sollen.