aus der Sendung vom Montag, 22.8.2011 | 22.00 Uhr | Das Erste
Fünf Mal in den vergangenen dreieinhalb Jahren hat der medizinische Dienst der Krankenversicherung das H&R Heim in Inzell kontrolliert. Bei der letzten Prüfung im Juni wurden gravierende Missstände festgestellt. Die Behörden wollen dem Heim den Betrieb untersagen. Dagegen kämpft H&R.
Und auch eine rund 30-köpfige Angehörigen-Initiative ist gegen eine schnelle Schließung der Einrichtung. Viele Angehörige profitieren von den geringeren Kosten dieses Heims. Gegenüber REPORT MAINZ bestätigen einige Angehörige, bis zu 1.000 Euro monatlich im Vergleich zu anderen Einrichtungen zu sparen. Am 30. September soll das Heim geschlossen werden.
Letzte Änderung am: 22.08.2011, 11.12 Uhr
Kommentare zu diesem Artikel:
Pflege zum Discounttarif
Pflege zum Discounttarif
(Heike Höpfl) 23.08.2011 , 11:56
Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für Ihren gestern gesendeten Beitrag. Über Angehörige die jetzt auch noch unsere Justiz bemühen um gegen die unausweichliche Schließung des Heimes zu klagen, kann man ja nur kopfschüttelnd spekulieren. Die H & R Senioren Heimbetriebsgesellschaft mbH ist scheinbar ebenso nur an Profiten interessiert, sind ja vergleichbare Fälle neben Irsee bekannt, die von dieser Gesellschaft geleitet werden. Die Verantwortlichen bei H&R müssen endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Ist nicht Hilflosigkeit auszunutzen, um nur wirtschaftliche Interessen, zu verfolgen im höchsten Maße unanständig? Es gibt ausreichend gute Pflegeheime, die ihre Fehler eingestehen und daraus lernen, ihre Qualität so kontinuierlich verbessern. Wir sollten alle dabei mitwirken, dass solche Skandale der Vergangenheit angehören. Pflege steht uns allen mehr oder weniger bevor. Und es sind eben keine bedauerlichen Einzelfälle! In meiner derzeitigen 2-jährigen Vollzeit-Ausbildung als Gutachter und Sachverständige im Gesundheitswesen, bekommen wir laufend Fälle von besorgten Angehörigen die unsere Gerichte bearbeiten mussten. Nur wenn Institutionen die mit Hilfebedürftigkeit möglichst viel Renditen herausschlagen, dort gepackt werden, wo es am schmerzhaftesten ist, nämlich wenn es ihnen an`s Geld geht, kann sich meiner Meinung nach etwas ändern. „Bequeme“ Angehörige, die Pflegemängel als Kavaliersdelikt ansehen und mit Interessengemeinschaften, auf Kosten der Schwächsten aufwarten, um unbedacht derartige Profitgier zu unterstützen, unterstützen ebenso unsere alltäglichen Pflegeskandale, die aus Fassungs- und Hilflosigkeit schon keiner mehr lesen, sehen und hören kann/will. Mit freundlichen Grüßen Heike Höpfl, Roding i.d. Oberpf.