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29.05.2012
21.45 Uhr, DasErste

REPORT MAINZ vom 17.04.2012

REPORT MAINZ,  17.4.2012 | 27:17 min

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ARD-exclusiv | Immer mehr Ältere rutschen ab Alt, arm, arbeitslos

Eine Reportage von Oliver Heinsch und Thomas Reutter

Mittwoch, 24.8.2011 | 21.45 Uhr im Ersten

MAINZ. Die Bundesregierung malt ein rosiges Bild: Die Älteren seien die Gewinner am Arbeitsmarkt. Immer mehr ältere Arbeitnehmer seien in Beschäftigung, wie Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen gerne betont. Die Unternehmen würden wieder auf die Älteren setzen. Doch stimmt die Erfolgsgeschichte überhaupt?

Dieser Frage gehen die beiden REPORT MAINZ-Autoren Oliver Heinsch und Thomas Reutter nach. Für ihr ARD-exklusiv "Alt, Arm, Arbeitslos – immer mehr Ältere rutschen ab" haben sie ältere Arbeitslose begleitet, im Alltag zwischen Jobcenter, Jobsuche und Minijob und dabei festgestellt: Es gibt offenbar auch eine andere Wahrheit:

Für den Film haben sie ältere Arbeitslose mit versteckter Kamera bei Bewerbungsgesprächen beobachtet und dabei Haarsträubendes erlebt. Sie haben Menschen getroffen, die in einer Qualifizierungsmaßnahme für Ältere stundenlang spazieren gehen, Bilder malen oder Spiele spielen müssen. "Die wissen einfach nicht, was sie uns anbieten solle", sagt einer der Teilnehmer.

Der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt ist offenbar gerade an vielen älteren Arbeitslosen vorbeigegangen. Und das, obwohl sie gut qualifiziert, hochmotiviert und ständig auf Jobsuche sind. "Das sagt einem keiner, aber ich bin einfach zu alt", beschreibt einer der Arbeitslosen seinen Frust. Wer über 50 ist und arbeitslos wird, gilt trotz aller Klagen über Fachkräftemangel noch immer als kaum vermittelbar. So geht aus zwei bislang unveröffentlichten Studien hervor, dass sich die Jobchancen älterer Arbeitsloser in den vergangenen Jahren nicht verbessert haben. Das Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen hat ermittelt, dass Unternehmen bei der Neueinstellung nach wie vor jüngere Bewerber gegenüber älteren bevorzugen.

Prof. Matthias Knuth zu den Chancen älterer Arbeitsloser

REPORT MAINZ,  22.8.2011 | 4:06 min

Wenn Ältere einen Job finden, dann sind es häufig Billigjobs auf 400-Euro-Basis oder schlecht bezahlte Leiharbeit. Nach Informationen der REPORT MAINZ-Autoren sind Arbeitslose über 50 durchschnittlich vier Jahre arbeitslos. Wenn sie danach wieder eine Stelle aufnehmen, verdienen sie im Durchschnitt nur noch 1.400 Euro.

Die Politik hat teure "50Plus"-Programme aufgelegt, um gegenzusteuern. Zahlreiche Maßnahmen, die die Betroffen wieder in den Arbeitsmarkt bringen sollen. Unternehmen, die Ältere einstellen, werden zudem großzügig gefördert. Doch viele dieser Maßnahmen scheinen zu verpuffen.

Um die Lage zu kaschieren, tauchen viele ältere Arbeitslose in offiziellen Arbeitslosenstatistiken erst gar nicht auf. Insgesamt 850.000 ältere Arbeitslose werden nach Recherchen der Autoren aus ganz verschiedenen Gründen nicht mitgezählt. Wer zum Beispiel in einer Maßnahme ist, oder vom Ersparten lebt, der zählt nicht mit – egal wie verzweifelt seine Lage ist. "Wer nicht gezählt wird, zählt offenbar nichts", so der Eindruck vieler Arbeitsloser, die die Autoren getroffen haben.

Letzte Änderung am: 05.08.2011, 11.38 Uhr

Portrait von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen Presse | 24.08.2011 Neue Studien zeigen: Lage älterer Arbeitsloser unverändert schlecht

Recherchen der Redaktion REPORT MAINZ für das ARD-exclusiv "Alt, arm, arbeitslos - immer mehr Ältere rutschen ab", zeigen: die Lage älterer Arbeitsloser in Deutschland ist weitaus schlechter als von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bislang dargestellt. [mehr zu: Neue Studien zeigen: Lage älterer Arbeitsloser unverändert schlecht]

Montage: "Arbeitslos"-Stempel, Arbeitssuchende Arbeitsmarkt Über 50 und abgeschrieben

Glaubt man der Bundesregierung, sind Ältere auf dem Arbeitsmarkt wieder gefragt. Für eine ARD-Reportage haben SWR-Reporter diese Erfolgsgeschichte einmal näher angeschaut. Sie haben dabei festgestellt: Es gibt offenbar auch eine andere Wahrheit. [mehr zu: Über 50 und abgeschrieben]

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