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Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist die nachträgliche Sicherungsverwahrung menschenrechtswidrig. Landesregierungen suchen seither unter Hochdruck nach Unterbringungsmöglichkeiten für Gewalttäter, die nicht mehr eingesperrt werden dürfen, aber immer noch als gefährlich gelten.
In Nordrhein-Westfalen soll aus der JVA Oberhausen deshalb jetzt übergangsweise ein Therapiezentrum für ehemals Sicherungsverwahrte werden. Doch dagegen regt sich in Oberhausen erbitterter Widerstand, denn das Gefängnis liegt mitten in der Innenstadt. Die Bürgerinitiative "Sicherheit für Oberhausen" will die Pläne der Landesregierung unter allen Umständen verhindern.
Doch der Protest der Oberhausener Bürger scheint zwecklos. In wenigen Wochen soll der erste Mann in das neue Therapiezentrum einziehen: ein 62 Jahre alter, stark rückfallgefährdeter Sexualstraftäter aus Bayern, der von der Polizei pausenlos überwacht wurde. Nordrhein-Westfalen hat damit als erstes Bundesland eine Einrichtung für Sexualstraftäter und Gewaltverbrecher geschaffen.
Das neue Therapiezentrum in der Innenstadt bietet Platz für bis zu 18 psychisch gestörte Ex-Häftlinge und soll nach einem Probebetrieb Ende August bezogen werden. Das Gebäude war bis Anfang des Jahres ein Gefängnis mit 80 Plätzen. Seitdem wurde es für 1,2 Millionen Euro umgebaut. Die Mauern des Hofs sind erhöht, die Gully-Deckel im Hof verschweißt, Rohre mit Stacheldraht umwickelt. Überall hängen Kameras und neue Gitter aus Hartstahl. Ein Notrufsystem soll die bis zu 42 Mitarbeiter schützen. Für die Ex-Sicherungsverwahrten wurden die Zellen vergrößert.
Allerdings soll die Einrichtung nur bis Ende 2012 in Betrieb sein. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar.
Letzte Änderung am: 27.07.2011, 13.44 Uhr