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Die Naturkostkonzerne benötigen für ihre Bioprodukte große Mengen Palmöl. Während die deutschen Bio-Unternehmen Alnatura, Allos undRapunzel mit Visionen von einer gerechteren Welt werben, kommt das Palmöl für viele ihrer Bio-Produkte auch von dem umstrittenen Lieferanten Daabon in Kolumbien. Der Daabon-Konzern ließ 2009 gewaltsam Bauern von ihrem Land vertreiben, um dort eine großflächige Monokultur anzupflanzen. Rund 120 Familien wurden so ihrer Lebensgrundlage beraubt. Die Betroffenen protestieren verzweifelt gegen die brutale Landnahme.
Rund ein Jahr nachdem REPORT MAINZ über die Vertreibung berichtet hatte, sind alle 123 Familien friedlich auf ihre Felder bei Las Pavas in Kolumbien zurückgekehrt. Wie vor ihrer Vertreibung haben sie auf ca. 40 Hektar Land damit begonnen, wieder Mais und Kochbananen anzubauen. Zudem wurde Weideland angelegt und Gras für Kühe ausgesät. Kolumbianische Medien und internationale Beobachter von Peace Watch Switzerland dokumentierten die Rückkehr. Zehn örtliche Polizisten seien nach Angaben der Bauern vor Ort gewesen. Die Polizei gehe aber bislang nicht gegen die Rückkehrer vor.
Sie haben ihre Rückkehr selbst gefilmt. Die Aufnahmen entstanden am 5. April 2011 als die ersten Familien nach Las Pavas zurückgingen. Inzwischen sind 123 der Familien wieder auf ihren Feldern und Grundstücken. Im Hintergrund hört man einen der Landarbeiter singen: "Die Stunde ist gekommen, um wieder auf das Land zurückzukehren, wo ich mein Projekt aufbauen will. Von dort wurden wir damals gewaltsam vertrieben und gedemütigt..."
Die Bauern fordern vom Staat, die Betroffenen zu entschädigen und sehen gute Chancen, sich nun vor Gericht durchzusetzen. Sie fordern, dass die Enteignung der Gemeinde auch formell rückgängig gemacht wird. Die Anwältin der Vertriebenen erwartet in Kürze das Urteil des kolumbianischen Verfassungsgerichts im Fall "Las Pavas". Nach Angaben von Pepe Beerli von Peace Watch Switzerland hielten in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota Studenten eine Solidaritätsdemonstration für die Vertriebenen von Las Pavas ab.
Der Film "Vertreibung für Bioprodukte" von REPORT MAINZ wurde von Amnesty International mit den 6. Marler Fernsehpreis für Menschenrechte ausgezeichnet, der am 14. Mai vergeben wurde.
Letzte Änderung am: 21.04.2011, 10.45 Uhr