Verdrängtes Unrecht: Bildergalerie der Säuglingsheime
Verdrängtes Unrecht: Bildergalerie der Säuglingsheime
aus der Sendung vom Montag, 11.4.2011 | 21.45 Uhr | Das Erste
Weihnachten im Kinderheim. Schöner Schein - die Realität sah oft anders aus.
Katholische Nonnen und Diakonissen vernachlässigten die Kinder, weil die Heime häufig überbelegt waren.
Kinder, die unruhig waren, wurden angebunden. Manche bekamen auch Beruhigungsmittel.
Wer vom Topf wegwollte, wurde angebunden. Und das stundenlang. Mit fatalen Folgen für die Kinder.
Die Kinder blieben in ihrer sprachlichen, sozialen und motorischen Entwicklung zurück. Bis heute will die Kirche von einem Schuldbekenntnis nichts wissen. Und die Betroffenen leiden noch heute.
Schätzungsweise 260.000 Kindern wuchsen zwischen 1949 und 1975 in Säuglingsheimen auf. Tausende wurden systematisch angebunden.
Das Personal war häufig überfordert und kaum ausgebildet. Auf bis zu 10 Kinder musste eine Säuglingsschwester aufpassen.
Frischluft im Zehnerpack. Statt die Kinder im Kinderwagen auszuführen, wurden sie - aus Zeitnot - schlicht auf den Balkon gestellt.