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21.45 Uhr, DasErste

REPORT MAINZ vom 17.04.2012

REPORT MAINZ,  17.4.2012 | 27:17 min

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Verdrängtes Unrecht Das tausendfache Leid der Kinder in westdeutschen Säuglingsheimen

aus der Sendung vom Montag, 11.4.2011 | 21.45 Uhr | Das Erste

Bis Mitte der 1970er Jahre wurden in Westdeutschland rund 260.000 Babies in katholischen oder evangelischen Säuglingsheimen untergebracht, weil ihre Eltern nicht für sie sorgen konnten, wollten oder durften. Die meisten waren unehelich geboren. Die Babies wurden deshalb als „Kinder der Sünde“ oder als „Bastarde“ beschimpft.


Die Säuglingsheime waren überbelegt. Das Personal hatte deshalb kaum Zeit sich mit den Kindern zu beschäftigen. Durch die Massenpflege verkümmerten viele Säuglinge  seelisch und blieben in ihrer sprachlichen, sozialen und motorischen Entwicklung zurück. Wer unruhig war wurde im Gitterbett festgebunden oder mit Medikamenten „ruhig gestellt“. Heute wollen die Kirchen zum Unrecht in den Säuglingsheimen kein Interview geben.


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Kommentare zu diesem Artikel:

völlig apathisch und von Bisswunden übersäht

(Matthias-Martin) 12.04.2011 , 10:55

Ich wurde 1959 unehelich in Celle, geboren. Das städtische Jugendamt hatte die Amtsvormundschaft. Nach meiner Geburt bis zum dritten Lebensjahr war ich im stättischen Säuglingsheim "An der Trift". Wochenends nahm mich meine Mutter zu sich, und brachte mich montags zurück. Sobald die Baumkronen der Trift auftauchten, begann ich zu schreien. Meine Hände krallten sich in den Kinderwagen. Man riss mich zu zweit oder zu dritt davon los. Beim nächsten Wochenend-Besuch war ich dann wieder völlig apathisch. Mein Körper war übersäht von Bisswunden und mein Hintern wund vom sundenlangen "Abtopfen". Das ging 3 Jahre lang so. Mein Bruder starb dort an Lungenentzündung unter einem offenen Fenster. Meine Mutter musste für meine Unterbringung 14 Jahre lang Raten an die Stadt Celle zurück zahlen. Und auch ich zahlte einen hohen Preis - meine Gesundheit. Angstzustände. Jahrelange Aufenthalte in der Psychiatrie. Psychotherapie lebenslänglich.

Wo waren die Jounalisten in den 70 er Jahren?

(Brenco) 11.04.2011 , 22:13

Es ist schon erstaunlich, wie lange die tollen Journalisten brauchen, um hinter solche Zustände zu kommen. Und die Information beschaffen und verteilen ist nur eine Seite. Was haben die ganzen Klugschreiber und -schwätzer getan, um solche Zustände gar nicht entstehen zu lassen oder -wenn schon entsprechende Bedarfe da sind- wo haben Sie eingegriffen und gar geholfen oder aktiv etwas Entsprechendes aufgebaut? Aber das wäre zu viel verlangt, ist ja nicht ihr Job und Sie wollen ja auch nicht wirklich helfen sondern nur Publicity erreichen. Schade um das verschwendete Geld.

Letzte Änderung am: 25.03.2011, 23.18 Uhr

Verdrängtes Unrecht

Bericht

Autor:
Thomas Reutter
Kamera:
Andreas Deinert, Ole Jürgens, Sigurd Frank, Thomas Schäfer
Schnitt:
Frank Schumacher
Sprecher:
Thomas Reutter

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