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REPORT MAINZ berichtete am 22.03.2010
Der Palmölkonzern Daboon in Kolumbien ließ im Juli 2009 mit Räumtrupps die Siedlung Las Pavas zerstören. 500 Menschen – auch Kinder und schwangere Frauen – wurden vertrieben. Daboon baut auf diesen Flächen Monokulturen an Ölpalmen an.Abnehmer des kolumbianischen Palmöls sind die deutschen Bio-Lebensmittelhersteller Alnatura, Rapunzel und Allos.
Nachgefragt am 15.06.2010
Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen haben im Bundestag ein Gesetz beantragt, das die Deklaration von Palmölen in Nahrungsmitteln verpflichtend machen soll. Im Antrag heißt es wörtlich: „Obwohl mehr und mehr Verbraucherinnen und Verbraucher die steigende Verwendung von Palmölen aufgrund der ökologischen und sozialen Folgen ihrer Produktion ablehnen, haben sie nicht die Möglichkeit, bewusst auf Lebensmittel mit Palmölen zu verzichten. Denn diese werden auf der Zutatenliste lediglich als ‚pflanzliche Fette und Öle‘ gekennzeichnet.“ Mit ihrem Antrag wollen die Grünen die Bundesregierung dazu auffordern, „darauf hinzuwirken, dass der Anbau von und der Handel mit Agrarexportgütern nicht das Recht auf Nahrung konterkariert.“ Dazu bedarf es dem Antragstext zufolge „der Schaffung von Menschenrechts- und Nachhaltigkeitskriterien und der Einrichtung bzw. Stärkung von internationalen Organisationen, die sie implementieren.“
Die Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm (B’90 / Grüne) erklärte, dass Berichte wie der REPORT MAINZ-Beitrag „Vertreibung für Bioprodukte“ „außerordentlichen Einfluss“ auf die Meinungsbildung der Fraktion gehabt habe. Die Büros der Grünen-Abgeordneten seien „mit Zuschauerzuschriften eingedeckt“ worden.
Die drei Firmen hatten nach der Sendung Fachleute vor Ort geschickt und die Vorwürfe der betroffenen Bauern untersuchen lassen. Ein Mediationsverfahren zwischen dem Palmölproduzenten und den zirka 500 vertriebenen Kleinbauern dauert seit Monaten an. Auf Nachfrage von REPORT MAINZ erklärt dazu die Alnatura Produktions- und Handels GmbH: „Ein konstruktives Ergebnis dieses Verfahren – das haben wir Daabon gegenüber sehr deutlich gemacht – ist für uns unabdingbar für eine weitere Zusammenarbeit.“ Auch die Rapunzel Naturkost AG macht weitere Geschäftsbeziehungen zu Daabon abhängig vom Ausgang des Mediationsverfahrens: „Von einer beiderseitig tragbaren Lösung gehen wir aus.“, erklärt Geschäftsführer Andreas Wenning. Die Allos GmbH betont „Eine rasche Verhandlungslösung muss erzielt werden“ Allos will vor der Entscheidung über eine weitere Zusammenarbeit mit Daabon nicht nur den Mediationsverlauf abwarten, sondern auch den Bericht der Untersuchungskommission.
Letzte Änderung am: 15.06.2010, 09.01 Uhr