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Mit welchen Tricks die Postbranche die Politik ausbremst
REPORT MAINZ berichtete am 10.03.2008:
Der gesetzliche Mindestlohn für Briefzusteller wird in der Postbranche nahezu vollständig unterlaufen. Viele Zustelldienste berufen sich dabei auf einen Tarifvertrag, der Ende 2007 mit der so genannten „Gewerkschaft für neue Brief- und Zustelldienste“ (GNBZ) abgeschlossen wurde. Dieser sieht deutlich niedrigere Löhne vor.
REPORT MAINZ deckt auf, dass Manager der Pin Group in mehreren Briefen zum Beitritt in die GNBZ aufriefen, diese in einem Schreiben als Gründung der „Newcomer am Markt“ bezeichneten. Zudem enthüllt das Magazin, dass sich die GNBZ über dubiose Spenden finanziert. Auf der Grundlage der Recherchen von REPORT MAINZ erstattet Verdi Anzeige gegen die GNBZ wegen Bestechlichkeit im Geschäftsverkehr.
Nachgefragt am 30.10.2008:
Das Arbeitsgericht Köln entscheidet, dass die GNBZ nicht tariffähig ist. Der Gewerkschaft fehle es "aufgrund personeller Verflechtungen mit der Arbeitgeberseite und aufgrund erheblicher finanzieller Zuwendungen durch diese" an der für die Vertretung von Arbeitnehmer-Interessen notwendigen Unabhängigkeit". Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis, erklärte dazu: "Mit dem Gerichtsbeschluss ist nun klar, dass die von der GNBZ geschlossenen Verträge null und nichtig sind."
Letzte Änderung am: 16.09.2008, 12.06 Uhr