Seite vorlesen:
Unternehmen verletzen die Intimsphäre ihrer Mitarbeiter
REPORT MAINZ berichtete am 7.4.2008
Frauen, die bis auf die Unterwäsche ausgezogen sind - aufgenommen von Überwachungskameras im Umkleidebereich von Europas größtem Fleischverarbeiter B+C Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Die Bilder, die REPORT MAINZ zugespielt wurden und die Vorwürfe von Insidern, selbst auf Toiletten würde gefilmt, halten Datenschützer für einen groben Verstoß. Nach Lidl muss sich jetzt auch Tönnies für die Überwachung seiner Mitarbeiter rechtfertigen.
Nachgefragt vom 14.7.2008
Bielefeld/Rheda-Wiedenbrück (dpa) - Die Vorwürfe der Mitarbeiter-Überwachung per Video gegen den westfälischen Fleischverarbeiter Tönnies reißen nicht ab. Zwei Tage nach einem Bericht des ARD-Magazins «REPORT MAINZ» berichtete am Donnerstag das «Westfalen-Blatt» über eine Kontrolle der Überwachungsanlagen durch Mitarbeiter der NRW-Datenschutzbeauftragten Bettina Sokol im Werk Rheda-Wiedenbrück. Dabei sei eine rechtswidrige Video-Überwachung festgestellt worden, schrieb das Blatt in seiner Online-Ausgabe.
Nils Schröder, Sprecher der Datenschutzbeauftragten, sagte dem Bericht zufolge, Tönnies habe zugesagt, bis Freitag die Kameras im Kantinenbereich abzuschalten. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens. Ob gegen Tönnies ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werde, hänge von der Kooperationsbereitschaft ab, sagte Schröder. Die Kontrolle hätten ergeben, dass es bei der Überwachung keine Unterschiede zwischen Garderobenbereich und Umkleideräumen gebe. Hier habe Tönnies zugesagt, unverzüglich einen Bereich zu schaffen, in dem sich die Mitarbeiter unbeobachtet umziehen können.
Josef Tillmann, Geschäftsführer des Werks in Rheda-Wiedenbrück, sagte der dpa, es habe zwischen Garderobe und Umkleide unscharfe Übergänge gegeben. Dort seien alle Kameras deaktiviert worden, die Geräte würden abgebaut. Am Dienstag hatte ein Unternehmenssprecher
bestritten, dass es im Umkleidebereich Kameras gibt.
Letzte Änderung am: 20.04.2006, 09.31 Uhr