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29.05.2012
21.45 Uhr, DasErste

REPORT MAINZ vom 17.04.2012

REPORT MAINZ,  17.4.2012 | 27:17 min

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Nachgefragt Tödliches Spielzeug

Waffen-Attrappen provozieren Polizei

REPORT MAINZ berichtete am 21.03.2005

Soft-Air-Waffen sind groß in Mode: Naturgetreue Nachbildungen von Pistolen, vor allem aber Maschinenwaffen bis hin zu martialischem Kriegsgerät. Sie dürfen öffentlich getragen werden und genau das ist das Problem: Allein in den letzten Monaten berichtete die Polizei von etwa zwei Dutzend Zwischenfällen, in denen Polizeieinsätze wegen angeblich echter Waffen gefahren werden mussten. Muss erst Schlimmeres passieren, bevor die Politik handelt?

Nachgefragt am 29.02.2008

Berlin (dpa) - Der Bundestag hat das deutsche Waffenrecht abermals verschärft. Mit Ausnahme der FDP stimmten am Freitag alle Fraktionen dem geänderten Waffengesetz zu. Die neuen Vorschriften verbieten täuschend echt aussehende Imitate von Waffen und gefährliche Messer. Der Gesetzentwurf aus dem Bundesinnenministerium war nach vielen Einwänden von Verbänden, Polizeigewerkschaften und Experten von den Koalitionsfraktionen nochmals überarbeitet und verschärft worden. Die Polizeigewerkschaften nannten das neue Recht überfällig und kritisierten, dass es immer noch kein bundesweites Waffenregister gibt.

«Mit der Änderung des Waffengesetzes sorgen wir für mehr Sicherheit in unserem Land und wir wirken Bedrohungssituationen im öffentlichen Raum entgegen», sagte der CDU-Innenexperte Reinhard Grindel, der zusammen mit der SPD-Politikerin Gabriele Fograscher federführend an dem Gesetzeswerk gearbeitet hatte. Grüne und Linke unterstützten das neue Gesetz. Lediglich die FDP sprach dagegen. Das Gesetz sei mit schwammigen Formulierungen und seinen bürokratischen Pflichten nicht geeignet, die Sicherheit für die Menschen zu erhöhen, sagte der FDP-Innenpolitiker Hartfrid Wolff. Er sprach von einem «Alibi-Gesetz, das kaum Nutzen, aber viel Schaden stiften wird».

Das neue Gesetz verbietet das öffentliche Tragen von Waffenimitaten. Von diesen so genannten Anscheinswaffen gibt es in Deutschland nach Schätzungen mehrere Millionen. In Notwehrsituation können Polizisten diese Imitate oft nicht von echten Schusswaffen unterscheiden. Das Verbot bezieht auch die meisten der so genannten Softair-Waffen ein. Das sind Nachbauten von Waffen, bei denen mit Druckgas Plastikkugeln verschossen werden. Transportiert werden dürfen diese Waffen nur noch in geschlossenen Behältnissen. Verstöße können mit einem Bußgeld bis zu 10.000 Euro bestraft werden. Grindel appellierte an die Eltern, für sinnvolle Freizeitbeschäftigung ihrer Kinder zu sorgen und sie nicht mit Waffenimitaten hantieren zu lassen. «Das ist kein Spielzeug.»

Letzte Änderung am: 20.04.2006, 09.31 Uhr

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