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Das AIDS-Virus breitet sich wieder aus?
REPORT MAINZ berichtete am 28.11.2005:
In schwulen Internetportalen zeigt sich unter dem Schlagwort „Bareback“ ein Trend zu ungeschütztem Sex. Auf den einschlägigen Seiten finden sich weit über hundert Bareback-Clubs und Anzeigen für Sex-Parties, bei denen HIV-Infizierte und Nicht-Infizierte ungeschützten Verkehr haben können. Trotz des deutlichen Anstiegs bei HIV-Neuinfektionszahlen in Deutschland lehnt die Deutsche Aids-Hilfe und das Bundesgesundheitsministerium gesetzliche Maßnahmen, wie sie in der Schweiz und Österreich gelten, ab. Dort sind solche Bareback-Parties verboten. Die Deutsche Aids-Hilfe verweist im Interview mit REPORT MAINZ auf die Erfahrungen im Dritten Reich.
28.11.2006
Nach längerer Debatte haben nun auch die Bundestagsfraktionen von Union und SPD reagiert. Sie fordern in einem gemeinsamen Antrag die Bundesregierung auf, gemeinsam mit Ländern und Verbänden auf eine Selbstverpflichtung mit Betreibern von Sex-Lokalen hinzuwirken. Darin sollen das kostenlose Bereistellen von Kondomen und Gleitmitteln, das Vorhalten von Safer-Sex-Informationen und der vollständigen Verzicht auf Werbung und Unterstützung für ungeschützten Geschlechtsverkehr vereinbart werden. Nach zwei Jahren soll die Bundesregierung über den Stand der Umsetzung berichten und gegebenenfalls Vorschläge für eine rechtliche Regelung unterbreiten.
Außerdem soll die Bundesregierung prüfen, ob die einschlägigen Regelungen in Österreich und der Schweiz geeignet sind, kommerzielle Angebote von ungeschütztem Sex einzudämmen.
30.11.2005
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler und der Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU), Roland Heintze, sprechen sich für ein schärferes Vorgehen gegen die Bareback-Szene aus. „Hier geht es darum, dass das HIV-Virus vorsätzlich oder zumindest fahrlässig verbreitet wird,“ so Köhler in ihrer Pressemitteilung. Die Argumentation der Deutschen Aids-Hilfe in REPORT MAINZ bezeichnete Köhler als nicht nachvollziehbar. Köhler und die LSU fordern jetzt, gesetzliche Schritte nach österreichischem Vorbild zu prüfen.
Letzte Änderung am: 20.04.2006, 09.31 Uhr