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Fast wäre die Koblenzerin bei der Kripo gelandet
Der berufliche Werdegang der Fernsehmoderatorin liest sich wie ein Lehrbuch: Ausbildung bei einer Tageszeitung, als freie Mitarbeiterin ins damalige SWF-Landesstudio Mainz "reingeschnuppert", später Moderatorin und Redaktionsleiterin der Landesschau. Seit einigen Jahren hat Beatrix Reiss nun ihre eigene Sendung.
Angefangen hat's aber ganz anders. Das Abitur am Gymnasium in ihrer Heimatstadt in Koblenz in der Tasche, wollte die junge Frau Lehrerin werden. Noch während des Studiums setzte sich die Erkenntnis durch, direkt auf die eigene Arbeitslosigkeit zu zusteuern. Ende der 70er Jahre sprach alle Welt von der "Lehrerschwemme". Also kehrte Beatrix Reiss der Universität den Rücken - und schickte die Bewerbungsunterlagen für die Ausbildung zur Kriminalbeamtin los.
"Was mich dazu bewogen hat, weiß ich nicht mehr genau", gesteht sie heute lachend ein. "Vielleicht war es sogar der Tatort mit Schimanski." Ganz ohne Einfluss kann der Fernsehkommissar aus Duisburg nicht gewesen sein, denn als sie nach bestandener Aufnahmeprüfung dem Dienst im 'Ruhrpott' zugeteilt werden sollte, schlug der Puls schon etwas schneller.
Doch denkste! Beim Gesundheitstest stellte man einen Wirbelsäulenschaden fest - aus der Traum von der Ganovenjagd. "Der gute Fernsehjournalist recherchiert, sammelt Fakten und sucht - in ganz heißen Fällen - ebenfalls nach Tätern", sieht Beatrix Reiss ein paar kriminalistische Elemente in ihrem heutigen Beruf. Den schätzt sie aber noch aus einem ganz anderen Grund. "Hier habe ich viel mit Menschen zu tun." So sieht man sie auch privat bei örtlichen oder regionalen Festen.
Die Gangsterjagd hat sie dennoch nicht ganz aufgegeben. In der Freizeit schmökert sie mit Begeisterung im Thriller einer Patricia Highsmith oder im Katzenkrimi.
Bis sie sich in die spannende Lektüre vertiefen kann, wartet viel Arbeit auf sie. Denn was auf dem Bildschirm so locker aussieht, will jeden Tag gründlich vorbereitet sein.
Letzte Änderung am: 06.12.2005, 17.42 Uhr
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