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Märklin in der InsolvenzBringt das Weihnachtsgeschäft die Rettung?

Zum 150. Firmenjubiläum geriet der weltbekannte Modellbauer Märklin in die Insolvenz. Mittlerweile hofft man in Göppingen wieder auf einen erfolgreichen Jahresabschluss. Doch wie geht es weiter mit Märklin und was bedeutet die Insolvenz für die Käufer von Märklin-Produkten?

Gründe für die Krise der Modellbauer gibt es viele. Da weniger Kinder auf die Welt kommen und die ältere Sammlergeneration ausstirbt, schrumpft die Zielgruppe. Zudem konkurrieren Computer, Videospiele und Internet um die Aufmerksamkeit der Heranwachsenden. Und die Eisenbahn hat schlicht an Attraktivität verloren - Lokführer ist nicht mehr der Traumjob von Kindern und Jugendlichen.

Fehler im Management

Aber auch Managementfehler führten die Branche in die Krise. Märklin produzierte zu viele und zu teure Produkte. Die Produktion in Fernost verschlechterte die Qualität und beschädigten das Image.

Im Februar 2009 übernahm Michael Pluta als Insolvenzverwalter das Steuer in Göppingen. Er entließ 400 Mitarbeiter und restrukturierte das Unternehmen. Inzwischen sieht Pluta gute Chancen für Märklin und rechnet für 2009 bereits mit schwarzen Zahlen. Pluta plant, das Unternehmen Anfang 2010 zu verkaufen, da er das für Märklin wichtige Weihnachtsgeschäft noch abwarten möchte.

"Die Qualität der Produkte hat sich verbessert"

Wie wirkt sich die Insolvenz von Märklin auf das Produktangebot in den Fachgeschäften aus? SWR.de hat im Handel nachgefragt.

Laut Produktmanager Thomas Kohnen von idee+spiel "liefert Märklin gut und in hoher Qualität". Es würden genauso viele Produkte wie im Vorjahr verkauft. Er sieht auch nicht, dass der Umsatz in der Sparte Modelleisenbahn generell abnimmt.

"Die Qualität der Produkte und die Liefergeschwindigkeit ist besser als zuvor", sagt Wolfgang Eberhardt, Inhaber eines Fachgeschäfts für Modellbau in Heilbronn. Es gebe zwar weniger Märklin-Produkte, aber man könne nicht von einer drastischen Kürzung des Angebots reden. Für Verbraucher seien einzelne Schnäppchen im Zuge der Insolvenz möglich, aber es gäbe keinen Lagerabverkauf. Eberhardt ist sich sicher, dass Märklin als Marke und Unternehmen weiter bestehen wird.

Margit Dellian, Unternehmenssprecherin des Elektronik-Versandhändlers Conrad, betont, dass die Insolvenz von Märklin keine Auswirkung auf das Produktangebot hat. Sie geht davon aus, dass das Unternehmen Märklin fortbesteht. Kunden müssten sich wegen Garantieansprüchen keine Sorgen machen, denn für diese würde Conrad als Verkäufer einstehen.

Neuheiten für das Weihnachtsgeschäft

Hagen von Ortloff, Moderator der "Eisenbahn-Romantik", ist bekennender Modelleisenbahnfan. Er ist sich sicher, dass der Markename Märklin bestehen bleibt. Nur die Frage, welcher Käufer den Zuschlag bekommt und wo weiter produziert wird, bliebe offen. Deshalb sollten sich Käufer von Märklin-Produkten keine Sorgen wegen des Insolvenzverfahrens machen.

Laut von Ortloff gäbe es dieses Jahr sogar zahlreiche Neuheiten von Märklin. "Vieles kommt auf den Markt zu Weihnachten, da es das Kerngeschäft ist", sagt er und nennt neue Dampftriebwagen, Zugpackungen mit Loks und Waggons aus den 1930ern und 1950ern sowie eine Sonderserie des Märklin-Klassikers "Krokodil".

Hagen von Ortloff hat auch einen Wunschkandidaten für den Chefposten bei Märklin: Wendelin Wiedeking. Viele Modelleisenbahnfreunde würden sich den ehemaligen Porschelenker und passionierten Modelleisenbahner als Märklinchef wünschen.

"Die Modellwelt wird nie aussterben"

"Die Modellwelt wird nie aussterben", blickt von Ortloff optimistisch in die Zukunft. Das Interesse an Modellen sei riesengroß und werde weiter ein Thema bleiben. Er verweist auf die Modellmessen in Friedrichshafen und Leipzig mit fünfstelligen Besucherzahlen. - Von Ortloffs Enkel spielt zwar zurzeit noch mit einer Holzbahn, aber wenn er größer wird, bekommt er vom Opa eine Märklin-Eisenbahn.

Autor: Dominik Frey

Letzte Änderung am: 30.10.2009, 11.03 Uhr

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