Was alles passieren kann, wenn in die dörfliche Idylle einer schwäbischen Bäckers-Familie ein norddeutscher Discount-Bäcker zieht, zeigt die neue SWR-Serie "Laible und Frisch". Im Kreis Reutlingen standen Schauspieler wie Walter Schultheiß ("Der Eugen") und Matthias Dietrich ("Verliebt in Berlin") vor der Kamera.
"Normalerweise spreche ich ein Stuttgarter Schwäbisch, hier machen wir ein bisschen mehr Ausdrücke, die man in Stuttgart nicht mehr kennt", erklärt Walter Schultheiß mit einem Schmunzeln.
Denn in der Bäcker-Serie wird schwäbische Mundart gesprochen. Bei Opa Laible (Schultheiß) etwas mehr, bei Enkel Florian (Matthias Dietrich) etwas weniger.
Der junge Darsteller, den man unter anderem aus "Verliebt in Berlin" kennt, stammt ursprünglich aus Leonberg, lebt aber seit neun Jahren in Berlin.
Ihn reizt an dem Projekt "in erster Linie, das auf Schwäbisch zu machen": Bisher hat der Sohn einer französischen Mutter und eines deutschen Vaters nur auf Deutsch, Englisch und Französisch gedreht.
"Laible und Frisch"
Die Serie zeigt den Konkurrenzkampf des schwäbischen Bäckers Walter Laible (Winfried Wagner) gegen den norddeutschen Discount-Bäcker Frisch (Simon Licht). Dieser versucht im Örtchen Schafferdingen Fuß zu fassen. Als sich dann noch der Enkel des Schwaben-Bäckers in die Tochter des Norddeutschen verliebt, ist die letzte Brezel noch lange nicht gegessen.
"Wir wollen ein modernes Schwabenland zeigen", sagt Produzent Frieder Scheiffele, "eine Kehrwoche gibt's bei uns nicht." Die Idee zu "Laible und Frisch" beruht auf seiner Abschlussarbeit an der Filmakademie Ludwigsburg.
Dass das an der Filmhochschule entwickeltes Serien-Konzept seinen Weg direkt ins Fernsehen findet, hat es so in der deutschen TV-Landschaft noch nicht gegeben.
Zugesagt hat die erste Garde schwäbischer Mundart-Darsteller. Neben Walter Schultheiß sind auch Monika Hirschle ("Der König von Bärenbach"), der ehemalige Tatort-Kommissar-Darsteller Dietz-Werner Steck und Karlheinz Hartmann (Bürgermeister aus "Hannes und der Bürgermeister") mit von der Partie.
"Wir sind glücklich, so viele bekannte Darsteller bekommen zu haben", gibt Autor Sebastian Feld nicht ohne Stolz zu. Und auch bei der Suche nach geeigneten Drehorten im Kreis Reutlingen hat das Team große Unterstützung bekommen: "Anders als in Städten wie Berlin oder Köln wurde uns hier wirklich jede Tür geöffnet."
Und so wurden Szenen aus dem fiktiven Dorf Schafferdingen an Orten wie Pfullingen, Hohenstein, Bad Urach und Dettingen gedreht.
Autor: Andreas Haaß
Quelle: SWR.de - Regionen
Letzte Änderung am: 19.06.2009, 14.26 Uhr