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Bezahlen und Geld abheben im Urlaub Was gehört in die Reisekasse?

Im Urlaub will man entspannen und nicht an die Finanzen denken. Aber im Ausland kann es teuer werden, mal eben am Automaten Geld zu ziehen. Und mit der EC-Karte gibt's womöglich gar kein Geld. Wir zeigen, welche Karten Sie bei welchem Reiseziel im Gepäck haben sollten.

Hand hält Geldscheine vor einem Palmenstrand

Es ist nicht leichter geworden mit der Planung der Urlaubskasse. Denn bei den EC-Karten haben einige Banken zum Schutz vor Betrügern wenig kundenfreundliche Maßnahmen ergriffen. Sie haben zum Teil das Limit für Abhebungen im nichteuropäischen Ausland extrem herunter gesetzt, zum Teil auf Systeme umgestellt, die (bisher) nur in Europa funktionieren. Daher gilt noch mehr als früher: Die Mischung macht's - verlassen Sie sich im Ausland nicht auf ein einziges Zahlungsmittel.


Innerhalb der Euro-Zone

Überall in der Euro-Zone ist es übersichtlich: Hier können Sie mit Ihrer EC-Karte (je nach Bank und Logo jetzt Maestro-Karte, Girocard oder Bankkarte genannt) bezahlen, ohne dass Gebühren anfallen. Wollen Sie Geld am Automaten abheben, wird häufig ein Prozent des Betrags fällig, mindestens 3,50 bis 10 Euro. Nachfragen bei der Bank kann sich aber lohnen: Größere Banken kooperieren oft mit Instituten im Ausland, so dass ihre Kunden dort kostenlos an Bares kommen.

Alternative: Die Kreditkarte. In den meisten Fällen wird das teurer, aber es gibt auch Anbieter, die für den Auslandseinsatz am Automaten gar keine Gebühren verlangen - laut Verbrauchermagazin "Finanztest" zum Beispiel comdirect bank, DKB und ING-Diba. Mit der Mastercard der Netbank sind weltweit fünf Abhebungen im Monat kostenlos. Die Karten gibt's aber nur in Kombination mit einem Konto. Und nehmen Sie zum Bezahlen im Restaurant oder Hotel auf jeden Fall zusätzlich die EC-Karte mit - bei Kreditkartenzahlung werden in der Regel ein Prozent vom Umsatz aufgeschlagen.

Ebenfalls bewährt hat sich die Postbank Sparcard. Bei dem Sparkonto mit zugehöriger Karte sind zehn Auslandsabhebungen pro Jahr kostenlos. Bezahlen können Sie damit allerdings nicht.


Außerhalb der Euro-Zone

Wenn Sie Ihre Kreditkarte in Nicht-Euro-Ländern zum Geld abheben oder Bezahlen nutzen, kommen zusätzlich zu den üblichen Gebühren in der Regel noch ein bis zwei Prozent vom Umsatz als Auslandseinsatz-Entgelt dazu. Hier lohnen sich die kostenlosen Alternativen umso mehr (siehe Beispiele oben).

Auch beim Bezahlen mit EC-Karte wird meist ein Prozent vom Umsatz fällig. Wenn es denn überhaupt klappt. Denn einige Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und die Postbank haben vom Bezahlsystem Maestro (Mastercard) zu VPay (Visa) gewechselt. Karten mit VPay-Logo funktionieren nur innerhalb Europas und einiger weiterer ausgewählter Länder.

Aber auch bei Karten mit der Maestro-Funktion kann es in manchen Ländern problematisch werden, sagt "Finanztest"-Redakteurin Kerstin Backofen. So hat die Deutsche Bank ihre EC-Karten standardmäßig gesperrt, indem sie das Verfügungslimit außerhalb Europas auf Null gesetzt hat. Einige Sparda-Banken haben die Verfügungsgrenze auf 200 Euro reduziert - auch damit kommen Urlauber nicht weit. Also gilt auch hier: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank, wie hoch das Limit Ihrer Karte im Ausland ist und lassen Sie es ggf. für den Reisezeitraum erhöhen. Und vielleicht, so die Expertin, "nimmt ein Mitreisender eine Karte einer weiteren Bank mit und kann im Notfall aushelfen".




Fernreisen

Bei Fernreisen kommt eine weitere Tücke hinzu: Auch wenn das Abheben mit der Karte vonseiten Ihrer Bank kostenlos ist, kommt es vor, dass der Betreiber des Geldautomaten Gebühren erhebt - nach Angaben des Verbrauchermagazins "Finanztest" sind Fälle in den USA, Thailand, Mexiko und China bekannt. Die Extra-Gebühr wird üblicherweise angezeigt ("Handling-Charge", "Terminal Fee"), so dass Sie in dem Fall den Vorgang abbrechen können, falls eine Alternative in der Nähe ist.

Wenn Sie in exotische Länder reisen, sollten Sie sich über die Bedingungen vor Ort auf jeden Fall vorher im Reisebüro, beim Reiseveranstalter oder in Reiseforen informieren. In Westafrika zum Beispiel ist Visa gängig, hier kommen Sie mit einer Mastercard nicht weit. Je nach Region ist vielleicht auch die Infrastruktur schwierig, so dass nichts anderes übrig bleibt, als genügend Bargeld mitzunehmen. Dann sollten Sie wissen, wie viel Bargeld in Landeswährung überhaupt eingeführt werden darf.

Reiseschecks sind ein relativ teures Zahlungsmittel: Beim Kauf wird normalerweise eine Gebühr von ein bis zwei Prozent des Gesamtbetrags fällig. Beim Eintausch variieren die Gebühren. Noch vor der Reise sollten Sie sich daher beim Anbieter nach Akzeptanzstellen im Urlaubsland erkundigen bzw. nach Möglichkeiten, sie kostenlos einzutauschen. Das können Hotels, Banken oder Wechselstuben sein.

Eine Alternative - besonders in Ländern mit hoher Kriminalitätsrate - können Reiseschecks sein. Sie haben den Vorteil, dass sie versichert sind und bei Verlust problemlos innerhalb von 24 bis 48 Stunden ersetzt werden, sofern Sie den Kaufbeleg und das Verzeichnis der Reiseschecknummern vorweisen können. Aber Reiseschecks werden nicht überall als Zahlungsmittel akzeptiert, oft müssen sie erst gegen Bargeld eingetauscht werden.

Vorsorge treffen

Notieren Sie sich vor der Abreise die Kartennummer, Kontonummer und die passende Sperr-Telefonnummer und bewahren Sie diese getrennt von der Karte auf - so dass Sie diese Daten auch dann zur Hand haben, wenn das komplette Portemonnaie gestohlen wird.

Karte verloren oder gestohlen?

Wenn Sie Ihre Bank- oder Kreditkarte verlieren, können Sie sie unter der Nummer +49 116 116 sperren lassen (Alternativ ist der Sperrnotruf aus dem Ausland auch unter +49 - 30 4050 4050 zu erreichen). In der rechten Spalte finden Sie den Link zur Liste der teilnehmenden Kreditinstitute. Falls sich Ihr Institut nicht beteiligt, schauen Sie in Ihren Unterlagen zur Karte, ob Ihre Bank eine eigene Service-Nummer hat.

Autorin: Sandra Kaupmann

Letzte Änderung am: 03.08.2011, 17.09 Uhr

Im Programm

verschiedene Zahlungsmittel "SWR Landesschau Rheinland-Pfalz" Reisekasse im Urlaub

Kreditkarte, Ausweis und Bargeld weg - was nun?

Im Programm

EC-Karte wird in einen Geldautomat eingeführt "Marktcheck" V-Pay-Karten

Kein Bargeld im Ausland

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