21.2.
Nach seiner großen Reise, die ihn genau 100 Jahre vor uns nach Japan führte, befand der Philosoph Hermann Graf Keyserling, der kürzeste Weg zu sich selbst führe einmal um die Welt herum. Das stimmt heute noch – auch ein Orchester findet in gewisser Weise sich selbst, wenn es so lange und intensiv unterwegs ist.
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Aber es ist nicht nur dieser Eindruck, der jetzt neben einem wunderbar Schwarzwald-assoziativen Programmheft und vielen Konzertkarten herausquillt, wenn ich, nach 22 Stunden Rückreise, in Freiburg den Koffer öffne. Es ist auch die Erfahrung, dass Ferne und Begegnung einander nicht ausschließen, dass sie womöglich sogar nahtlos ineinander übergehen. Kleine Stückchen Europa haben wir vor Ort gelassen und kleine Stücken Japan sind mit uns ins Flugzeug gestiegen.
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Und wenn ich demnächst wieder nach Baden-Baden ins Büro fahre und die Kantine Sauerkraut mit Würsten bietet, werde ich ihn leise hinzudenken: diesen eigentümlichen Buchstaben in der japanischen Aussprache, der aussieht wie ein "r" und klingt wie ein "l" – und von dem ich gar nicht wusste, dass er auch bei uns vorhanden ist.