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Preisverleihung am 5. Mai in München
Der Dirigent Michael Gielen erhält in diesem Jahr den mit 200.000 Euro dotierten internationalen Ernst von Siemens Musikpreis für sein Lebenswerk.
Gielen, der 1927 in Dresden geboren wurde, emigrierte 1940 mit seiner Familie nach Argentinien und kehrte 1950 nach Europa zurück. Nach Lebensstationen in Wien, Stockholm, Brüssel, Amsterdam und Cincinnati war er zehn Jahre lang Direktor der Frankfurter Oper und Generalmusikdirektor der Stadt Frankfurt und schuf dort einen neuen Typus des Musiktheaters.
Mit "Erfüllung" betitelt Gielen in seiner vielbeachteten Biografie "Unbedingt Musik" die Zeit von 1986–1999, als Chefdirigent des damaligen Südwestfunks – heute das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, jenes Klangkörpes, der die Geschicke der Avantgarde ganz wesentlich mitbestimmte, nicht nur in Donaueschingen.
Neben Gielens konsequentem und selbstverständlichem Einsatz für die Musik der Zeitgenossen, der aus seiner Überzeugung für die "Unteilbarkeit" der Musik resultiert, setzte er Schwerpunkte bei zyklischen Aufführungen und Einspielungen u.a. der Sinfonien von Beethoven und Mahler. Gielen ist einer der wenigen Dirigenten, die das Musikleben nicht bedient, sondern maßgeblich mitgestaltet und verändert haben.
Für sein Lebenswerk ehrt die Ernst von Siemens Musikstiftung Michael Gielen mit dem oft als "Nobelpreis der Musik" betitelten Ernst von Siemens Musikpreis. Die hohe Auszeichnung wird Gielen bei einem musikalischen Festakt im Münchner Cuvilliés-Theater am 5. Mai 2010 überreicht. Die Laudatio hält der Komponist Helmut Lachenmann.
Letzte Änderung am: 26.02.2010, 16.24 Uhr
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