Ewa Kupiec
Sonntag, 26. Februar 2012, Baden-Baden, Festspielhaus um 18 Uhr
Dienstag, 28. Februar 2012, Freiburg, Konzerthaus um 20 Uhr, Einführung 19 Uhr
Richard Strauss: Don Juan, Tondichtung nach Nikolaus Lenau op. 20
Richard Strauss: Burleske d-Moll AV 85 für Klavier und Orchester
Sergej Prokofjew: Sinfonie Nr. 3 f-Moll op. 44
Ewa Kupiec, Klavier
Dirigent: Teodor Currentzis
100 Jahre nach Mozarts „Don Giovanni“ schrieb Richard Strauss seine musikalische Version des Stoffes – und wurde damit berühmt. Für den 24-jährigen Komponisten war die große Verehrung, die er für Mozart empfand, weniger Hindernis als Ansporn: Sein Don Juan ist ein psychologischer Fall; Strauss’ Musik zeigt weniger das Gesellschaftliche als vielmehr das Innenleben der Figur, stürmisch, dynamisch und flüchtig.
Die Burleske für Klavier und Orchester stammt aus derselben Zeit, wurde aber nie so berühmt wie die frühen Tondichtungen, vielleicht auch, weil Strauss’ Freund Hans von Bülow, für den das Stück geschrieben worden war, es nie selbst spielen wollte.
Auch die selten gespielte Dritte Sinfonie von Sergej Prokofjew hat, wie „Don Juan“, eine literarische Vorlage. Prokofjew verarbeitet darin die Themen aus seiner erst nach dem Tod des Komponisten uraufgeführten Oper „Der feurige Engel“ (nach einem Roman von Waleri Brjussow); eine wilde und kompromisslose Musik. Wie Strauss in „Don Juan“ beginnt auch Prokofjew mit einer musikalischen
Herausforderung an den Hörer: Zugrunde liegt dem Hauptthema des ersten Satzes die verrückte Opernmusik zur finalen Besessenheitsszene im Kloster.