Chefdirigent

Stéphane Dèneve
Mit Beginn der Saison 2011/12 tritt der Franzose Stéphane Denève sein Amt als Chefdirigent beim Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR (RSO) an. Denève ist Nachfolger von Sir Roger Norrington, der seit 1998 in gleicher Position das RSO Stuttgart leitete und nun Ehrendirigent des RSO ist.
Derzeit ist Stéphane Denève - neben seiner Tätigkeit als Chefdirigent des RSO Stuttgart - in seiner sechsten Saison als Musikdirektor des Royal Scottish National Orchestra tätig. Darüber hinaus ist er ein weltweit gefragter Gastdirigent bei den bedeutenden Orchestern Nordamerikas, Europas, Asiens und Australiens.
Stéphane Denève über "sein" neues Orchester: "Das RSO Stuttgart genießt einen ausgezeichneten internationalen Ruf. Meine erste Begegnung mit dem RSO im Oktober 2009 war das, was wir im Französischen als "coup de foudre", also als "Liebe auf den ersten Blick", bezeichnen. Der tiefe und reiche Klang des Orchesters, das kultivierte und sehr geschmeidige Musizieren, der große musikalische Einsatz, die beeindruckende Virtuosität... – all dies gibt mir das enthusiastische Gefühl, dass die kommenden Jahre äußerst kreativ sein werden und dass wir uns am Beginn eines wunderbaren gemeinsamen musikalischen Abenteuers befinden."
Stéphane Denève wird international als Dirigent von höchstem Rang anerkannt und von Publikum und Kritik einhellig für seine Auftritte und seine Programme gelobt. Er ist bei den BBC Proms, dem Edinburgh International Festival, dem Festival Présences in Paris sowie am Wiener Konzerthaus, dem Concertgebouw Amsterdam und am Théatre des Champs-Elysées aufgetreten. Seine CD-Einspielungen mit Orchesterwerken von Albert Roussel gewannen u. a. den angesehenen Diapason d’Or de l’année 2007.
Als Absolvent des Pariser Konservatoriums wurde Stéphane Denève 1995 mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Er hat seine Karriere im gleichen Jahr als Assistent von Sir Georg Solti beim Orchestre de Paris mit Bartóks Oper Herzog Blaubarts Burg und im darauf folgenden Jahr mit Don Giovanni an der Pariser Oper begonnen. In der Folgezeit assistierte er Georges Prêtre (Turandot, Paris 1997) und Seiji Ozawa (Dialogues des Carmélites, Saito Kinen Festival 1998).
Stéphane Denève, der sich ein großes Repertoire klassischer und zeitgenössischer Werke angeeignet hat, pflegt eine besondere Beziehung zur Musik seiner französischen Heimat. Wiederholt dirigierte er Werke von Grétry, Debussy, Ravel, Berlioz, Roussel, Fauré und Poulenc. In den letzten Jahren hat er einige Werke des zeitgenössischen Komponisten Guillaume Connesson uraufgeführt.
Denève hat bereits zahlreiche Auftritte als Gastdirigent absolviert, u. a. mit dem Orchestre de Paris, dem Orchestre National de France, dem Philharmonia Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem DSO Berlin, der Tschechischen Philharmonie, dem Hong Kong Philharmonic Orchestra, dem Sydney Symphony Orchestra, dem Melbourne Symphony Orchestra, den Göteburger Sinfonikern, dem Russischen Nationalorchester, den St. Petersburger Philharmonikern, dem Schwedischen RSO, dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, den Rotterdamer Philharmonikern sowie mit dem Verdi Orchester Mailand. In Nordamerika hat er bereits das Cleveland Orchestra, das Los Angeles Philharmonic Orchestra, das Philadelphia Orchestra, das Minnesota Orchestra und die Sinfonieorchester von Pittsburgh, Dalles, Montreal, Toronto, Houston, Indianapolis, Seattle und St. Louis dirigiert.
Stéphane Denève pflegt enge Beziehungen zu vielen der weltbesten Solisten und ist unter anderem schon mit Natalie Dessay, Nina Stemme, Jean-Yves Thibaudet, Piotr Anderszewski, Leif Ove Andsnes, Lars Vogt, Nikolai Lugansky, Emanuel Ax, Frank Peter Zimmermann, Nikolaj Znaider, Pinchas Zuckerman, Leonidas Kavakos sowie mit Vadim Repin und Gil Shaham aufgetreten.
Im Bereich der Oper hat Stéphane Denève Produktionen am Royal Opera House (Cosi fan tutte), beim Glyndebourne Festival (Carmen), an der Niederländischen Oper (L’amour des trois oranges), im Teatre La Monnaie (La Traviata, La voix humaine), an der Opéra National de Paris (Don Quichotte, La Bohème, Le nozze di Figaro), im Teatro Comunale Bologna (Béatrice et Bénédict) sowie an der Cincinnati Opera (Erwartung, Carmen, Herzog Blaubarts Burg) geleitet.
Höhepunkte der letzten Saisons waren u. a. Debüts mit dem BBC Symphony Orchestra, dem NDR Sinfonieorchester Hamburg, beim Maggio Musicale Florenz, beim San Francisco Symphony Orchestra, beim Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra sowie Wiedereinladungen des Los Angeles Philharmonic Orchestra und des Philadelphia Orchestra. 2010 unternahm Denève mit dem Royal Scottish National Orchester und der Solistin Hilary Hahn eine Europatournee nach Paris, München, Wien, Luxemburg, Baden-Baden und Belgrad. Er debütierte beim Sinfonieorchester von Barcelona und beim Dänischen Nationalen Sinfonieorchester und folgte Wiedereinladungen zum Philharmonia Orchestra, nach Stockholm und Rotterdam. Im Juni 2010 gab Stéphane Denève sein Debüt an der Scala in Mailand mit Gounods Faust.
SWR-Intendant Peter Boudgoust: „Ich gratuliere dem RSO Stuttgart zu dieser ausgezeichneten Wahl. Stéphane Denève gehört zu den spannendsten Vertretern der jüngeren Dirigentengeneration. Davon zeugen seine Erfolge bei den renommierten Orchestern Nordamerikas, in Großbritannien und an führenden Opernhäusern Europas. Mit der Berufung von Stéphane Denève zum Chefdirigenten vollzieht das RSO Stuttgart einen vielversprechenden Generations-und Profilwechsel.“
Letzte Änderung am: 03.03.2010, 09.29 Uhr