"Inzwischen ist meine Wahl auf Benvenuto Cellini als Stoff für eine zweiaktige Opera-comique gefallen. Seine Persönlichkeit bietet mir in vielerlei Hinsicht ein vorzügliches Thema." Die Autobiografie des Florentiner Goldschmieds und Bildhauers war zu Beginn des 19. Jahrhunderts in ganz Europa populär, und kein Geringerer als Goethe hatte 1797/98 die erste Übertragung ins Deutsche besorgt.
Berlioz lernte sie in der 1833 erschienenen französischen Übersetzung von Farjasse kennen und zeigte sich spontan begeistert von der abenteuerlichen Lebensgeschichte dieses "genialen Banditen". Nach einer schwierigen Entstehungszeit fand die für Berlioz enttäuschend verlaufende Uraufführung schließlich 1838 in Paris statt. Dem "Benvenuto Cellini" war auf der Bühne kein Erfolg beschieden, und so zog Berlioz seine Partitur schon nach wenigen Monaten wieder zurück.
Im März 1852 brachte Franz Lizst die Oper zur ersten Wiederaufführung. Trotz der recht positiven Aufnahme rieten Liszt und sein junger Kapellmeister Hans von Bülow zu einer Straffung der Handlung, vor allem im Schlussteil, und fassten mit Berlioz' Hilfe die vier Bilder zu drei Akten zusammen. Diese so genannte Weimarer Fassung ging im November 1852 erstmals über die Bühne. Der Komponist war anwesend und höchst zufrieden: "Wirklich, bei meiner Ehre, so wie er jetzt ist, ist Benvenuto ein lieber Junge. Diese Partitur hat ein teuflisches Feuer in sich, und in ihrer gegenwärtigen Gestalt verdient sie es meines Erachtens, einem aufmerksamen, unvoreingenommenen Publikum zur Kenntnis gebracht zu werden."
Letzte Änderung am: 28.07.2008, 13.09 Uhr