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SWR Vokalensemble Stuttgart Silence and Music

Mit dieser SACD betreibt das SWR Vokalensemble Stuttgart zunächst einmal eine Nachlese zu seiner Saison 2007/08 mit Werken britischer Komponisten. Darüber hinaus porträtiert diese Einspielung exemplarisch die spezifische Situation der englischen Komponistenszene des 20. Jahrhunderts.

CD

Titel der Reihe:
Werke von Ralph Vaughan Williams und James MacMillan
Interpret:
SWR Vokalensemble Stuttgart
Komponist:
Ralph Vaughan Williams, James MacMillan
Dirigent:
Marcus Creed
Label:
SWRmusic/hänssler
Produktion:
2009
Bestellnummer:
SACD-No. 93.250

Ralph Vaughan Williams (1872-1958) gilt als Schlüsselfigur für die Rückbesinnung der britischen Musikwelt auf britische Komponisten und deren Tradition. Entscheidend befördert hat er diese Entwicklung mit Schriften wie "Who Wants the English Composer?" (1912), "National Music" (1934) und "Nationalism and Internationalism" (veröff. 1953). Vaughan Williams selbst allerdings bevorzugte eher einen musikalischen Individualstil, lehnte ausschließlich national oder gar international geprägte Kompositionsstile sogar ab.


Vaughan Williams arbeitete in seinen Werken vor allem mit den Mitteln der spätromantischen Tonalität, und schwärmte für die eigentümlich religiöse Aura die sich daraus ergibt. Und trotzdem Vaughan Williams bekennender Agnostiker war, komponierte er eine ansehnliche Zahl kirchenmusikalischer Werke, darunter die Messe in g-Moll für Soli und Doppelchor (1920/21).

Satztechnisch sind hier viele Anleihen beim Palestrinastil zu erkennen. Neben den alten Kirchentonarten hat Vaughan Williams aber auch Dur/-Molltonale Passagen eingearbeitet, oder Quintparallelen als archaisierende Elemente eingesetzt. Gewidmet hat Vaughan Williams seine Messe den Whitsuntide Singers, einem Ensemble, das von Gustav Holst 1916 gegründet und geleitet wurde. Holst und Vaughan Williams waren enge Freunde seit der Studienzeit, in der sie nächtelang gemeinsam über den Partituren alter englischer Meister wie Thomas Tallis gebrütet hatten. Später, als 80-jähriger, als Vaughan Williams 1952 zur Krönung von Queen Elisabeth II. Silence and Music schrieb, sollte er noch einmal Englands Renaissancemusikern und vor allem seinem Lehrer Charles Villiers Stanford seine Reverenz erweisen.


Auf ähnliche Art und Weise traditionsverbunden wie Vaughan Williams komponiert James MacMillan, geboren 1959 in Schottland. Als Vorbild für seine Motette O bone Jesu wählte er die gleichnamige 19-stimmige Komposition von Robert Carvor (um 1484/1487-1567). Für das 16-stimmig geschriebene Màiri wählte MacMillan als Textgrundlage schottisch-gälische Gedichte von Evan MacColl (1808-1898) aus. Die betont atmosphärische Musik, in welcher der Verlust einer großen Liebe beklagt wird, weist überdies eine Reihe von stilistischen Anleihen beim Madrigal auf.

Titel-Liste

James MacMillan (geb. 1959)
O bone Jesu
Màiri

Ralph Vaughan Williams (1872-1958)
Messe g-Moll
Silence and Music

Letzte Änderung am: 09.03.2009, 12.23 Uhr